Lars Lyeien

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  • Lars Lyeien (*15. April 1992 in Tönnisvorst, Landkreis Viersen), MdB und MdL in Nordrhein-Westfalen, ist ein deutscher Politiker (Linksbündnis, vorher Linke Partei). Derzeit ist er Fraktionsvorsitzender der Linksbündnis-Fraktion im deutschen Bundestag, Mitglied des Bundespolitkomitees (dem Bundesvorstand) des Linksbündnis, Landesminister für Bildung, Forschung und Digitales in Nordrhein-Westfalen, Fraktionsvorsitzender der Linksbündnis-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag und Landesvorsitzender des Linksbündnis Nordrhein-Westfalen. Zur 19. und zur 20. Bundestagswahl trat er als Spitzenkandidat für das Linksbündnis zur Bundestagswahl an.


    Leben


    Lars Lyeien wurde 1992 als Sohn eines Arbeiters und einer Reinigungskraft geboren. Nachdem er im Jahr 1998 eingeschult wurde, wechselte er 2002 trotz Realschulempfehlung auf das Michael-Ende-Gymnasium in Tönisvorst. Im Alter von 17 Jahren outete sich Lyeien 2009 als schwul. 2010 schloss er das Abitur mit 1,7 ab, um anschließend Politikwissenschaften und öffentliches Recht an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf zu studieren. Nachdem er das Studium 2013 mit einer Note von 1,5 und einem Bachelor of Arts erfolgreich abschloss, bekam er eine Stelle in der Verwaltung der Stadt Willich und zog wieder in seine Heimatstadt Tönisvorst. Dort begann er auch sein parteipolitisches Engagement, nachdem er bereits zuvor Hochschulpolitik an seiner Universität betrieben hatte. Seit 2017 ist Lyeien Landtagsabgeordneter des Linksbündnis (vormals der LINKEN Partei) in Nordrhein-Westfalen, seit 2019 als Fraktionsvorsitzender der Linksbündnis-Fraktion. Am 10. Juli 2019 rückte Lyeien für Anja Obernheim in den deutschen Bundestag nach und übernahm den Vorsitz der Linksbündnis-Bundestagsfraktion, den er bis heute inne hat. Nachdem im Oktober 2019 eine rot-rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen gebildet wurde, ernannte der Ministerpräsident Hannes Blücher Bouvier Lars Lyeien am 12. Oktober 2019 zum Landesminister für Bildung, Forschung und Digitales.

    Politische Laufbahn


    Lyeien war seit Ende 2013 Mitglied der Linken Partei im Kreisverband Viersen. 2014 kandidierte Lyeien für den Viersener Kreistag und wurde Mitglied einer dreiköpfigen Kreistagsfraktion der Linken Partei. In seiner Heimatstadt Tönisvorst, in der es bis auf ihn kaum andere Parteimitglieder gab, organisierte er die Kandidatur der Linken Partei für den Stadtrat, auf deren Liste auch parteilose Einwohner*innen kandidierten. Infolge der Stadtratswahl wurde er 2014 Fraktionsvorsitzender einer zweiköpfigen Stadtratsfraktion. Danach gründete Lars Lyeien im September 2014 den Ortsverband Tönisvorst, deren Vorsitzender er wurde. Wegen seines Engagements wurde er 2015 für den Kreisverband Viersen zum Landesparteitagsdelegierten und zum Kreisvorsitzenden des KV Viersen gewählt. 2017 kandidierte Lyeien als Direktkandidat und auf der Landesliste für den nordrhein-westfälischen Landtag, dem er seit dem angehört. Er legte nach der Landtagswahl sein Kreistagsmandat nieder und wurde im Januar 2018 als Kreisvorsitzender abgelöst, nachdem er nicht erneut kandidiert hatte. Im Oktober 2018 löste sich die Linke Partei auf, sodass Lyeien parteilos wurde und im Landtag in den Hintergrund geriet. Er beteiligte sich zunächst nicht an der Gründung des Linksbündnisses, trat dem Linksbündnis aber am 29. April 2019 bei. Seitdem beschäftigte sich Lyeien im Linksbündnis mit der Gründung eines Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und nahm sein Landtagsmandat wahr. Zur Bundestagswahl im Mai 2019 trat Lyeien für das Linksbündnis als Direktkandidat in Nordrhein-Westfalen und auf Listenplatz 3 der Liste des Linksbündnis an, verfehlte allerdings den Einzug in den 18. Bundestag. Am 16. Mai 2019 wurde Lyeien in das dreiköpfige Bundespolitkomitee, den gleichberechtigten Vorstand, des Linksbündnis gewählt. Am gleichen Tag gründete er mit einem neuen Parteimitglied die Linksbündnis-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag, dessen Fraktionsvorsitzender Lyeien wurde. Kurze Zeit später wurde auch der Linksbündnis-Landesverband Nordrhein-Westfalen neu gegründet. Lars Lyeien trat am 28. Juni 2019 aus persönlichen Gründen überraschend von all seinen Ämtern zurück, behielt aber sein Landtagsmandat. Am 10. Juli 2019 rückte er für die ausgeschiedene Fraktionsvorsitzende des Linksbündnis, Anja Obernheim in den Bundestag nach und wurde zugleich zu ihrem Nachfolger als Fraktionsvorsitzender der Linksbündnis-Fraktion im deutschen Bundestag gewählt. Beim VI. Bundesparteitag des Linksbündnis am 23. Juli 2019 in Köln wurde Lyeien zum Spitzenkandidaten des Linksbündnis gewählt, nachdem der Landesverband Nordrhein-Westfalen ihn zuvor zum Direktkandidaten des Linksbündnis in Nordrhein-Westfalen bestimmt hat. Bei der 19. Bundestagswahl am 28. Juli 2019 erreichte das Linksbündnis 7,0%, konnte aber mit zwei Direktmandaten in den 19. Bundestag einziehen. Neben Lyeien in Nordrhein-Westfalen zog Daniel Binz in Sachsen direkt in den 19. Bundestag ein. Am 03. August 2019 konstituierte sich die neue Linksbündnis-Bundestagsfraktion, wobei Lars Lyeien erneut Fraktionsvorsitzender wurde. Auf dem VII. Bundesparteitag des Linksbündnis am 02. Oktober 2019 in Regensburg wurde Lyeien erneut zum Spitzenkandidaten des Linksbündnis für die Bundestagswahl gewählt. Bei der 20. Bundestagswahl konnte das Linksbündnis im Vergleich zur letzten Bundestagswahl um drei Prozentpunkte zulegen und erreichte mit 10,0% der Stimmen zwei Listenmandate, sodass Lyeien zusammen mit Towariszcz Szwabskij für das Linksbündnis in den Bundestag einzog. Im Zuge der Bildung einer rot-rot-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen ernannte Ministerpräsident Hannes Blücher Bouvier Lyeien am 12. Oktober 2019 zum Landesminister für Bildung, Forschung und Digitales. Kurz darauf wählte ihn das Linksbündnis Nordrhein-Westfalen zum Landesvorsitzenden.

    Ämter und Mandate


    Die nachstehende Tabelle listet alle Ämter und Mandate von Lars Lyeien in dieser Sim auf:

    Amt oder MandatAntrittsdatumin dieser Position bisAmtsdauerBemerkungen
    Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags06.04.2017heute920 Tagebis 27.10.2018 als Mitglied der LINKE-Fraktion

    27.10.2018-29.04.2019 als fraktionsloser Abgeordneter

    29.04.2019-16.05.2019 als Einzelmandatierter des Linksbündnis

    16.05.2019-26.05.2019 und von 28.06.2019-19.07.2019 als Mitglied der Linksbündnis-Fraktion

    26.05.2019-28.06.2019 und ab 19.07.2019 als Vorsitzender der Linksbündnis-Fraktion
    Mitglied des Bundespolitkomitees des Linksbündnis16.05.2019
    23.07.2019
    28.06.2019
    heute
    127 TageRücktritt am 28.06.2019

    am 23.07.2019 und am 02.10.2019 erneut gewählt
    Fraktionsvorsitzender der Linksbündnis-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag26.05.2019
    19.07.2019
    28.06.2019
    heute
    121 Tageeinstimmig gewählt

    Rücktritt am 28.06.2019

    am 23.07.2019 erneut gewählt
    Mitglied des deutschen Bundestages10.07.2019heute97 Tage18. Bundestag (10.07.2019-28.07.2019):

    Direktkandidat zur 18. BTW in Nordrhein-Westfalen (nicht gewählt) und Listenkandidat auf Platz 3 der Liste des Linksbündnis zur 18. BTW (nachgerückt für Anja Obernheim)

    10.07.2019-28.07.2019 als Fraktionsvorsitzender
    der Linksbündnis-Fraktion im deutschen Bundestag

    19. Bundestag (29.07.2019-06.10.2019):

    Direktkandidat zur 19. BTW in Nordrhein-Westfalen (Direktmandat gewonnen) und
    Spitzenkandidat des Linksbündnis zur 19. BTW (per Direktmandat in den Bundestag gewählt)

    03.08.2019-06.10.2019 als Fraktionsvorsitzender
    der Linksbündnis-Fraktion im vdeutschen Bundestag

    20. Bundestag (ab 07.10.2019):

    Spitzenkandidat des Linksbündnis zur 20. BTW (über die Liste in den Bundestag gewählt)
    Fraktionsvorsitzender der Linksbündnis-Fraktion im deutschen Bundestag10.07.2019
    03.08.2019
    28.07.2019
    06.10.2019
    82 TageNachfolger von Anja Obernheim

    18. Bundestag (10.07.2019-28.07.2019)

    19. Bundestag (03.08.2019-06.10.2019)
    Landesminister für Bildung, Forschung und Digitales in Nordrhein-Westfalen12.10.2019heute3 TageTeil der rot-rot-grünen Landesregierung unter Ministerpräsident Blücher Bouvier


    Vereine


    Lyeien ist Mitglied im vDeutschen Bund der Antifaschisten, im vDeutschen Verein der Tierfreunde und in der LGBT-Initiative vDeutschland e.V. sowie in der Sea Shelter Association.

    Sonstiges


    Lars Lyeien ist, ganz in der Nachfolge von Felix Thälmann, für seinen großen Konsum von Alkohol bekannt. Dies war auch Gegenstand der Berichterstattung der Lügenpresse Nr. 2 / 2019.


    [Stand: 15.10.2019]

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