Ein Jahrhundert des Autoritarismus?

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    • Ein Jahrhundert des Autoritarismus?

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      Zwar ist dieser Text schon 23 Jahre alt, allerdings beschreibt meiner Meinung in fast schon prophetischer Form die Probleme die mit der Globalisierung und deren Gegenbewegung die der Autor "Integrismus" aus dem französischen entllehnt hat und stellt fest das ein Jahrhundert des Autoritarismus nicht unwahrscheinlichste sei.
      Da meine lieben frage ich euch ob ihr darin mit den Autor übereinstimmt und möchte gerne das hier eine anregende Diskussion entsteht über die Globalisierung, deren Gegner was das für das Modell der westlichen Demokratie bedeuten könnte und welche möglichen Alternativen es dazu gäbe .
    • Ich glaube er meint den Integralismus. Eine autoritär-religiös politische Weltanschauung, in dem vor allem häufig versucht wurde, eine ganze Nation unter diesen Vorsätzen der Autorität und der Religion zu einigen. Meist in einer sehr körperhaften Art.

      Okay, musste mich noch kurz per Tempmail in die ZEIT anmelden, damit ich das lesen kann. :D
      Ich stimme dem Artikel auch weitgehend zu, auch wenn ich ihn leider wegen seiner Länge von 9 Seiten überfolgen müsste, vor allem weil mich ja eher das wesentliche, als Neill Armstrong interessiert, wobei ich auch verstehe, wie er seinen Beitrag hiermit vorbereiten wollte.
      Also das die Globalisierung auch den Nachteil mitsich gebracht hat, dass viele Länder auch dem Automatisierungsniveau vieler Industrieländer nicht hinterherkommen konnten und damit in der Globalisierung und dem globalen Wettbewerb als ganze Nationen leer ausgingen, ist unbestreitbar und ich teile seine Globalisierungskritik dahingehend auch. Auch stimme ich ihm zu, dass Globalisierung zu meist zu häufig als ein Synonym für "Alle Interessen betreffend" verwendet wird - es ist nun einmal ein klassisches liberales Konzept, in dem man vor allem mit der Grundannahme voranging, dass der Globale Wettbewerb, die Chancengleichheit und den generellen Wachstum und den wirtschaftlichen Gewinn einiger Nationen helfen würde. Vor allem wenn man mit der Annahme vorangegangen ist, dass ja jede Nation ihre speziellen Ressourcen hat, mit dem sie wieder am Markt profitieren würde - das Wettbewerb aber keine Verdrängung und wahrlichen Konkurrenzkampf ausschlie0t, zeigen uns schon einige Exempel, in dem eine Nation die andere durch seine Großflächenproduktion vom Markt verdrängt hat und somit eine Nation komplett leer ausging. Vor allem durch das Problem, dass manche Nationen in Sachen Industrialisierung später nachziehen und damit regelrecht benachteiligt waren und ihren Platz im Markt nicht mehr finden konnten. Leider verspürt man deswegen in manchen Ländern auch eben diese vom Autor beschriebene "Tante Emma in einer Supermarkt-Welt"-Szenarien sehr häufig wodurch sich eben auch diese Ungleichheiten und soziale Spannungen in vielen Nationen der Welt im Laufe der Jahre gebildet hatten. Wobei: was dies jetzt wirklich mit Integralismus insofern zu tun hat, ist mir fremd. Selbstverständlich kann eine derartig befremdliche Globalisierung wiederum zur einer Reaktion und zu Autoritarismus führen - viele politisch autoritäre Kräfte profitieren von den Schattenseiten der Globalisierung und gewinnen Stimmen dafür, um wiederum einen Protektionismus aufzubauen. Ich würde aber nicht sagen, dass dies per se mit Integralismus gleichzusetzen ist. Ich denke eines der Probleme ist aber auch, wie manche Nationen mit dem Begriff der Globalisierung umgegangen sind. Einige links regierte Staaten haben unter Globalisierung mehr sowas wie Internationalismus verstanden, in dem die Nationen sich gegenseitig wirtschaftlich aufhelfen, aber niemand dachte an Industrialisierung, Marktwettbewerb und vor allem Verlierer der Globalisierung. Auch wenn damals im Mainstream man von freien Handel, Industrialisierung und globalen Wettbewerb gesprochen hat, gab es sicherlich auch einige Nationen, die ein bisschen mehr Kooperation und internationale Zusammenarbeit erwartet hatten.

      Der Autor verwendet im Übrigen mindestens genauso viele -Ismen wie ich, mal sehen wann auch er als eine Person diffamiert wird, die "nur intelligent wirken will". :D
    • Rudolf Kim Velten schrieb:

      Ich glaube er meint den Integralismus. Eine autoritär-religiös politische Weltanschauung, in dem vor allem häufig versucht wurde, eine ganze Nation unter diesen Vorsätzen der Autorität und der Religion zu einigen. Meist in einer sehr körperhaften Art.


      Okay, musste mich noch kurz per Tempmail in die ZEIT anmelden, damit ich das lesen kann. :D

      Ich stimme dem Artikel auch weitgehend zu, auch wenn ich ihn leider wegen seiner Länge von 9 Seiten überfolgen müsste, vor allem weil mich ja eher das wesentliche, als Neill Armstrong interessiert, wobei ich auch verstehe, wie er seinen Beitrag hiermit vorbereiten wollte.

      Also das die Globalisierung auch den Nachteil mitsich gebracht hat, dass viele Länder auch dem Automatisierungsniveau vieler Industrieländer nicht hinterherkommen konnten und damit in der Globalisierung und dem globalen Wettbewerb als ganze Nationen leer ausgingen, ist unbestreitbar und ich teile seine Globalisierungskritik dahingehend auch. Auch stimme ich ihm zu, dass Globalisierung zu meist zu häufig als ein Synonym für "Alle Interessen betreffend" verwendet wird - es ist nun einmal ein klassisches liberales Konzept, in dem man vor allem mit der Grundannahme voranging, dass der Globale Wettbewerb, die Chancengleichheit und den generellen Wachstum und den wirtschaftlichen Gewinn einiger Nationen helfen würde. Vor allem wenn man mit der Annahme vorangegangen ist, dass ja jede Nation ihre speziellen Ressourcen hat, mit dem sie wieder am Markt profitieren würde - das Wettbewerb aber keine Verdrängung und wahrlichen Konkurrenzkampf ausschlie0t, zeigen uns schon einige Exempel, in dem eine Nation die andere durch seine Großflächenproduktion vom Markt verdrängt hat und somit eine Nation komplett leer ausging. Vor allem durch das Problem, dass manche Nationen in Sachen Industrialisierung später nachziehen und damit regelrecht benachteiligt waren und ihren Platz im Markt nicht mehr finden konnten. Leider verspürt man deswegen in manchen Ländern auch eben diese vom Autor beschriebene "Tante Emma in einer Supermarkt-Welt"-Szenarien sehr häufig wodurch sich eben auch diese Ungleichheiten und soziale Spannungen in vielen Nationen der Welt im Laufe der Jahre gebildet hatten. Wobei: was dies jetzt wirklich mit Integralismus insofern zu tun hat, ist mir fremd. Selbstverständlich kann eine derartig befremdliche Globalisierung wiederum zur einer Reaktion und zu Autoritarismus führen - viele politisch autoritäre Kräfte profitieren von den Schattenseiten der Globalisierung und gewinnen Stimmen dafür, um wiederum einen Protektionismus aufzubauen. Ich würde aber nicht sagen, dass dies per se mit Integralismus gleichzusetzen ist. Ich denke eines der Probleme ist aber auch, wie manche Nationen mit dem Begriff der Globalisierung umgegangen sind. Einige links regierte Staaten haben unter Globalisierung mehr sowas wie Internationalismus verstanden, in dem die Nationen sich gegenseitig wirtschaftlich aufhelfen, aber niemand dachte an Industrialisierung, Marktwettbewerb und vor allem Verlierer der Globalisierung. Auch wenn damals im Mainstream man von freien Handel, Industrialisierung und globalen Wettbewerb gesprochen hat, gab es sicherlich auch einige Nationen, die ein bisschen mehr Kooperation und internationale Zusammenarbeit erwartet hatten.


      Der Autor verwendet im Übrigen mindestens genauso viele -Ismen wie ich, mal sehen wann auch er als eine Person diffamiert wird, die "nur intelligent wirken will". :D
      Es geht bei den -ismen nicht allein um die Häufigkeit. Es geht darum, wie ein Text wirkt. Wer intelligente Texte schreibt, verwendet möglicherweise auch viele-ismen, aber jongliert mit diesen nicht ungelenk herum, sondern nutzt sie treffsicher und passend. Das unterscheidet Wannebe-Intelligenz von echtem Schreibvermögen.
    • Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Es geht bei den -ismen nicht allein um die Häufigkeit. Es geht darum, wie ein Text wirkt. Wer intelligente Texte schreibt, verwendet möglicherweise auch viele-ismen, aber jongliert mit diesen nicht ungelenk herum, sondern nutzt sie treffsicher und passend. Das unterscheidet Wannebe-Intelligenz von echtem Schreibvermögen.
      Ich benutze die -Ismen und erkläre sie sogar und wirklich jongliert sind sie ja nicht, im Bezug dazu, was ich erklärt habe, sind das recht wichtige Fachbegriffe für die von mir verwendeten Themen. Von daher zieht das recht wenig. Vor allem weil vergleichsweise der Autor den Begriff Integralismus verfehlt eingesetzt hat. Das was er beschrieben hat ist einfach Autoritarismus mit protektionistischen Aspekten --- Integralismus ist halt um einiges mehr als das, auch wenn ich verstehe was er damit aussagen oder zum Ausdruck bringen wollte, war dieser Begriff einfach irreführend.
    • Rudolf Kim Velten schrieb:

      Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Es geht bei den -ismen nicht allein um die Häufigkeit. Es geht darum, wie ein Text wirkt. Wer intelligente Texte schreibt, verwendet möglicherweise auch viele-ismen, aber jongliert mit diesen nicht ungelenk herum, sondern nutzt sie treffsicher und passend. Das unterscheidet Wannebe-Intelligenz von echtem Schreibvermögen.
      Ich benutze die -Ismen und erkläre sie sogar und wirklich jongliert sind sie ja nicht, im Bezug dazu, was ich erklärt habe, sind das recht wichtige Fachbegriffe für die von mir verwendeten Themen. Von daher zieht das recht wenig. Vor allem weil vergleichsweise der Autor den Begriff Integralismus verfehlt eingesetzt hat. Das was er beschrieben hat ist einfach Autoritarismus mit protektionistischen Aspekten --- Integralismus ist halt um einiges mehr als das, auch wenn ich verstehe was er damit aussagen oder zum Ausdruck bringen wollte, war dieser Begriff einfach irreführend.
      Ich habe auch nicht über den Autor des Artikels gesprochen, sondern grundsätzlich von Menschen, die gut mit Sprache umgehen können und hochwertige Texte schreiben können. Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Texte sind eben dies, bitte - meist wird sowas ja aber von einer externen Masse bewertet. Die eigene Beurteilung ist ja doch meist subjektiv geprägt und selten voll umfassend treffend.
    • Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Rudolf Kim Velten schrieb:

      Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Es geht bei den -ismen nicht allein um die Häufigkeit. Es geht darum, wie ein Text wirkt. Wer intelligente Texte schreibt, verwendet möglicherweise auch viele-ismen, aber jongliert mit diesen nicht ungelenk herum, sondern nutzt sie treffsicher und passend. Das unterscheidet Wannebe-Intelligenz von echtem Schreibvermögen.
      Ich benutze die -Ismen und erkläre sie sogar und wirklich jongliert sind sie ja nicht, im Bezug dazu, was ich erklärt habe, sind das recht wichtige Fachbegriffe für die von mir verwendeten Themen. Von daher zieht das recht wenig. Vor allem weil vergleichsweise der Autor den Begriff Integralismus verfehlt eingesetzt hat. Das was er beschrieben hat ist einfach Autoritarismus mit protektionistischen Aspekten --- Integralismus ist halt um einiges mehr als das, auch wenn ich verstehe was er damit aussagen oder zum Ausdruck bringen wollte, war dieser Begriff einfach irreführend.
      Ich habe auch nicht über den Autor des Artikels gesprochen, sondern grundsätzlich von Menschen, die gut mit Sprache umgehen können und hochwertige Texte schreiben können. Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Texte sind eben dies, bitte - meist wird sowas ja aber von einer externen Masse bewertet. Die eigene Beurteilung ist ja doch meist subjektiv geprägt und selten voll umfassend treffend.
      Es ging mir eher um den Umstand, wie man eine Person in "will nur intelligent wirken" einstuft, wenn doch gerade diese "Fachbegriffe" esenziell für die Erklärung einer Idee gewesen sind und man das nicht einfach so aussetzen kann, wie wenn das eine Konzept nichts mit dem anderen zutun hätte.
    • Rudolf Kim Velten schrieb:

      Es ging mir eher um den Umstand, wie man eine Person in "will nur intelligent wirken" einstuft, wenn doch gerade diese "Fachbegriffe" esenziell für die Erklärung einer Idee gewesen sind und man das nicht einfach so aussetzen kann, wie wenn das eine Konzept nichts mit dem anderen zutun hätte.
      Mir geht es um sprachliches Verständnis und Vermögen. Und das spiegelt sich eben auch unmittelbar in der Wahl der Wörter usw.
    • Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Rudolf Kim Velten schrieb:

      Es ging mir eher um den Umstand, wie man eine Person in "will nur intelligent wirken" einstuft, wenn doch gerade diese "Fachbegriffe" esenziell für die Erklärung einer Idee gewesen sind und man das nicht einfach so aussetzen kann, wie wenn das eine Konzept nichts mit dem anderen zutun hätte.
      Mir geht es um sprachliches Verständnis und Vermögen. Und das spiegelt sich eben auch unmittelbar in der Wahl der Wörter usw.
      Mir eben nicht und andere Wörter hätte ich in dem Fall nicht benutzen kõnnen. :D Als müsste kein Marxist auf den Begriff der Dialektik oder Arbeitswerttheorie verzichten.
    • Rudolf Kim Velten schrieb:

      Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Rudolf Kim Velten schrieb:

      Es ging mir eher um den Umstand, wie man eine Person in "will nur intelligent wirken" einstuft, wenn doch gerade diese "Fachbegriffe" esenziell für die Erklärung einer Idee gewesen sind und man das nicht einfach so aussetzen kann, wie wenn das eine Konzept nichts mit dem anderen zutun hätte.
      Mir geht es um sprachliches Verständnis und Vermögen. Und das spiegelt sich eben auch unmittelbar in der Wahl der Wörter usw.
      Mir eben nicht und andere Wörter hätte ich in dem Fall nicht benutzen kõnnen. :D Als müsste kein Marxist auf den Begriff der Dialektik oder Arbeitswerttheorie verzichten.
      Naja, es ist eben die Frage, was man will und was man weiß. Man kann Dialektik und Arbeitswerttheorie auch ungenannt lassen, wenn man das dahinterstehende Wissen hat um die Begriffe sprachlich zu umgehen. Ein Text sollte nicht danach beurteilt werden, ob er gewisse Schlagworte beinhaltet, sondern wie sein Sinngehalt ist und wie seine sprachliche Qualität ist.
    • Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Rudolf Kim Velten schrieb:

      Johanna Maya Blumenthal schrieb:

      Rudolf Kim Velten schrieb:

      Es ging mir eher um den Umstand, wie man eine Person in "will nur intelligent wirken" einstuft, wenn doch gerade diese "Fachbegriffe" esenziell für die Erklärung einer Idee gewesen sind und man das nicht einfach so aussetzen kann, wie wenn das eine Konzept nichts mit dem anderen zutun hätte.
      Mir geht es um sprachliches Verständnis und Vermögen. Und das spiegelt sich eben auch unmittelbar in der Wahl der Wörter usw.
      Mir eben nicht und andere Wörter hätte ich in dem Fall nicht benutzen kõnnen. :D Als müsste kein Marxist auf den Begriff der Dialektik oder Arbeitswerttheorie verzichten.
      Naja, es ist eben die Frage, was man will und was man weiß. Man kann Dialektik und Arbeitswerttheorie auch ungenannt lassen, wenn man das dahinterstehende Wissen hat um die Begriffe sprachlich zu umgehen. Ein Text sollte nicht danach beurteilt werden, ob er gewisse Schlagworte beinhaltet, sondern wie sein Sinngehalt ist und wie seine sprachliche Qualität ist.
      Das stand außerfrage, ja. Es ging mir eher um vergangene Diskussionen, in dem ein Text nach seinen Schlagworten beurteilt wurde. Darauf spiele ich unmittelbar an.