DIE MÄNGEL DES MARXISMUS

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    • DIE MÄNGEL DES MARXISMUS

      DIE MÄNGEL DES MARXISMUS
      Als Grace Hopper im Harvard Mark II-Computer eine Motte fand, entstand ungewollt der Begriff „Computer-Bug“. Bei einem solchen Wunder der menschlichen Technik hatte niemand gedacht, dass ein winziger, unbedeutender, fast lächerlicher Fehler die modernste Technologie seiner Zeit lahm legen könnte. Sicherlich hätte aber auch niemand verstanden, welch eine großartige Analogie dieses Ereignis auf die Theorien von Marx und Engels darstellen könnte. Zu der Zeit, als diese zwei Personen das Kommunistische Manifest veröffentlichten, wurde die Arbeit als ein bedeutender Durchbruch in der sozioökonomischen Theorie hochgehalten. In all der Aufregung nahm sich niemand die Zeit, den tieferen Inhalt der Theorie wirklich zu betrachten, geschweige denn die Praxis des Textes. Abgesehen von ein paar Punkten haben die Menschen bis heute nicht begriffen, wie unerreichbar eine Theorie, wie der Marxismus ist. Der Fall des Eisernen Vorhangs ermöglichte es den Menschen, den Kommunismus in der Praxis als Fehlschlag zu verurteilen. Aber es wäre zu einfach, Marx und Engels nicht auf ihre theoretischen Mängel hinzuweisen.


      I. PHILOSOPHISCHE SCHWÄCHEN
      Die marxistische Auffassung einer materialistischen Sichtweise der Realität ist tatsächlich die tiefste Schwäche der Philosophie und der Hauptstreitpunkt. Indem sie den Materialismus einnahmen, bestritt Marx die höhere Autorität des Prinzips und des universellen Rechts. Um sein Gebilde herauszufordern, braucht man nur mit der materienlosen Welt zu kontern. Wenn nichts existiert, nicht einmal Staubpartikel und nur der leere Raum des Universums übrig bliebe, würden weiterhin Wahrheit und Gesetz bestehen bleiben. In dieser materienlosen Welt würde die universelle Wahrheit demnach wie folgt aussehen: die Wahrheit ist, dass nichts existiert und der leere Raum selbst stellt das universelle Gesetz in dieser materienlosen Welt dar.

      Der dialektische Materialismus von Marx, der an der materialistischen Spannung festhält, gerät als nächstes in die Kritik. Das gesamte Konzept unterliegt zwei wichtigen Punkten: Dialektik und Materialismus. Wenn man so tut, als ob der Materialismus die wahre Natur der Realität ist, ändert sich jede Materie mit der Zeit. Nichts, was materiell oder künstlich ist, kann auf unbestimmte Zeit Bestand haben, was auch den Staat mit einschließt. Nach Stalins eigener Auffassung ,,entsteht und entwickelt sich immer etwas, und es stirbt immer etwas ab". Zurück auf den Punkt gebracht, konnte der kommunistische Begriff des Staates nicht unbegrenzt von Menschen erhalten werden, was impliziert, dass das Konzept des Arbeiterparadieses kein Ewiges ist.


      II. THESE, ANTITHESE UND SYNTHESE
      Betrachtet man den dialektischen Aspekt des Begriffs, so spricht dies sogar noch stärker gegen sich selbst, und zwar aufgrund der eigentlichen Konzeption des Begriffs. Wieder einmal so zu tun, als ob Marx Recht hätte, gibt es absolut nichts, was darauf hindeuten könnte, dass das Muster der Geschichte als „These, Antithese und Synthese“ mit dem Erreichen des Kommunismus aufhören würde. Wenn der Punkt erreicht wäre, wäre der Kommunismus nicht mehr die Synthese und würde zur These werden. Dies an sich würde schließlich zu einer Antithese führen, und der Kommunismus würde rückgängig gemacht werden. Beide Aspekte des dialektischen Materialismus beweisen somit, dass der Kommunismus im absolut unrealistischsten Fall, nur ein vorübergehender Punkt im Roten Faden der Menschheitsgeschichte wäre.

      Wenn man zu einer anderen Frage übergeht, kann man das Problem der marxistischen Moral nicht übersehen. Schleißlich würde der Kommunismus versuchen, die Moral von solchen Institutionen zu trennen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben die Bevölkerung in moralischen und ethischen Grundsätzen zu schulen, und sogar solche Grundlagen der Gesellschaft zu untergraben. Es kann daher von ausgegangen werden, dass die kommunistische Moral eine synthetische Moral ist, die vom Staat ohne Rücksicht auf die Kulturgeschichte oder -tradition auf ideologischer Basis aufgebaut wird.


      III. ABSCHLUSS
      Abschließend wäre es tollkühn anzunehmen, dass Marx und Engels beabsichtigt hatten, dass ihre Ideen so geübt und praktiziert werden, wie sie auf theoretischer Ebene geschult wurden. Es mag nicht ganz zutreffend sein, die im Namen ihrer Ideen begangenen Verbrechen zu ihren Füßen zu legen. Es ist jedoch nicht zu leugnen, dass die von ihnen vertretenen Ideen von Anfang an fehlerhaft waren. Hätten sie sich zu einer Ideologie bekannt, die fester mit traditionellen Wurzeln verwurzelt ist, hätten sie vielleicht sogar Erfolg gehabt. Unglücklicherweise versuchten sie, die Fantasie in Realität umzuwandeln. Ihr ,,Wunder der Technik" wurde durch einige ,,Bugs" zunichte gemacht.



      Rudolf Velten.
    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Es ist abstrakt - und momentan ist hier wenig los. Der Kommunismus ist als Gesellschaftsform nicht mehr von Bedeutung und er wird es wahrscheinlich auch nicht mehr werden.
      Es ging ja darum, den marxistischen Sozialismus wegen seiner materialistischen Tendenz und seinen Fokussierungsfehlern zu kritisieren. Deswegen finde ich nicht-marxistische Sozialismen um einiges realistischer. Zum Beispiel eben von Sorel.
    • Rudolf Kim Velten schrieb:

      Wilhelm Weiß schrieb:

      Es ist abstrakt - und momentan ist hier wenig los. Der Kommunismus ist als Gesellschaftsform nicht mehr von Bedeutung und er wird es wahrscheinlich auch nicht mehr werden.
      Es ging ja darum, den marxistischen Sozialismus wegen seiner materialistischen Tendenz und seinen Fokussierungsfehlern zu kritisieren. Deswegen finde ich nicht-marxistische Sozialismen um einiges realistischer. Zum Beispiel eben von Sorel.
      Ich gehe gar nicht so weit - der Marxismus ist mit Demokratie und Menschenrechten nicht wirklich vereinbar in meinen Augen und faszinierend finde ich an diesem politischen Programm nichts.
      Die Negierung des Individuums uns seine zwangsweise Einordnung in ein Kollektiv und damit in eine absolute Fremdbestimmtheit sind mir ein Graus - allein die Vorstellung vollständig entmündigt zu leben
      und nur für die Zwangsgemeinschaft da zu sein - unvorstellbar in meinen Augen. Ein nicht mehr lebenswertes Leben.
      Mitglied des Spielerrates a.D.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wilhelm Weiß ()

    • Rudolf Kim Velten schrieb:

      In all der Aufregung nahm sich niemand die Zeit, den tieferen Inhalt der Theorie wirklich zu betrachten, geschweige denn die Praxis des Textes.
      Das ist wohl der erste falsche Punkt in diesem kleinen, lustigen Versuch der Fundamentalkritik am Marxismus. Es gibt wohl eine Masse an Auseinandersetzungen, kritischer wie wohlwollender Art, zum Marxismus. Es tut mir ja sehr leid, aber ich nehme weder an, dass du der erste bist, der sich diese Gedanken macht noch der erste bist, der irgendwas dieser Art niederschreibt. Wobei, wenn ich auf das weitere schaue, erscheint es mir wie eine Ansammlung von tautologischen Floskeln. Alles in allem nichts weiter als ein Versuch sich einem umfassenden Komplex in akademischer Sprache zu nähern, doch verhängt die Wortwahl nicht den fehlenden Sinn sowie die falschen Rückschlüsse. Auch der Glaube daran in sechs Absätzen den Marxismus zu entlarven, finde ich lustig. In diesen Absätzen kann man vielleicht grundlegende Schwachstellen aufzeigen oder die reale Umsetzung kritisieren, aber eine theoretische Auseinandersetzung mit einem solchen Thema bedarf doch mehr Raum um sich den angestellten Behauptungen auch umfassend widmen zu können und Belege anzuführen, die hier nirgends zu finden sind.

      Ich weiß außerdem nicht, ob du Marx gelesen und/oder verstanden hast. Du hast hier jedenfalls manche falsche Rückschlüsse oder Darstellungen Marx' angeführt, die deine Worte ohnehin in Teilen disqualifizieren.

      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Rudolf Kim Velten schrieb:

      Wilhelm Weiß schrieb:

      Es ist abstrakt - und momentan ist hier wenig los. Der Kommunismus ist als Gesellschaftsform nicht mehr von Bedeutung und er wird es wahrscheinlich auch nicht mehr werden.
      Es ging ja darum, den marxistischen Sozialismus wegen seiner materialistischen Tendenz und seinen Fokussierungsfehlern zu kritisieren. Deswegen finde ich nicht-marxistische Sozialismen um einiges realistischer. Zum Beispiel eben von Sorel.
      Ich gehe gar nicht so weit - der Marxismus ist mit Demokratie und Menschenrechten nicht wirklich vereinbar in meinen Augen und faszinierend finde ich an diesem politischen Programm nichts.
      Ich versuche dieses Gedankengebäude halt nicht mit den selben Argumenten wie "Menschennatur" oder so zu wiederlegen, sondern greife seine Dialektik, seinen Charakter und seine philosophischen Positionen an. Das sind dann vor allem Kritiken mit denen sich Marxisten wirklich auseinandersetzen, weils ja mal was anderes ist und es stimmt das der Kommunismus so ansich nicht mehr angestrebt wird, aber der Marxismus ist die Grundlage mehrerer Ideengebilde der Moderne: Sozialdemokratie, Demokratischer Sozialismus, Libertärer Sozialismus uvm. was eben auch heute noch von großen Parteien Europas angestrebt wird.
    • Rudolf Kim Velten schrieb:

      Ich versuche dieses Gedankengebäude halt nicht mit den selben Argumenten wie "Menschennatur" oder so zu wiederlegen, sondern greife seine Dialektik, seinen Charakter und seine philosophischen Positionen an. Das sind dann vor allem Kritiken mit denen sich Marxisten wirklich auseinandersetzen, weils ja mal was anderes ist und es stimmt das der Kommunismus so ansich nicht mehr angestrebt wird, aber der Marxismus ist die Grundlage mehrerer Ideengebilde der Moderne: Sozialdemokratie, Demokratischer Sozialismus, Libertärer Sozialismus uvm. was eben auch heute noch von großen Parteien Europas angestrebt wird.
      Grundlagen sind immer etwas anderes als was daraus entsteht - man kann durchaus argumentieren, daß die Ideengebilde, die Du beschreibst erwachsen sind, weil die reine Lehre nicht funktioniert.
      Mitglied des Spielerrates a.D.
    • Oscar Albert Wolters schrieb:

      Das ist wohl der erste falsche Punkt in diesem kleinen, lustigen Versuch der Fundamentalkritik am Marxismus. Es gibt wohl eine Masse an Auseinandersetzungen, kritischer wie wohlwollender Art, zum Marxismus. Es tut mir ja sehr leid, aber ich nehme weder an, dass du der erste bist, der sich diese Gedanken macht noch der erste bist, der irgendwas dieser Art niederschreibt.
      Sobald ich kaum etwas ähnliches in der Richtung finde, vor allem nicht um deutsch- oder englischsprachigen Bereich, wird es auch für mich schwer eine absolute in aller Sprachen verfügbare Übersicht über die Kritik am Marxismus zu haben.

      Oscar Albert Wolters schrieb:

      Wobei, wenn ich auf das weitere schaue, erscheint es mir wie eine Ansammlung von tautologischen Floskeln. Alles in allem nichts weiter als ein Versuch sich einem umfassenden Komplex in akademischer Sprache zu nähern, doch verhängt die Wortwahl nicht den fehlenden Sinn sowie die falschen Rückschlüsse. Auch der Glaube daran in sechs Absätzen den Marxismus zu entlarven, finde ich lustig.
      Die Behauptung möchte ich wieder finden. Ich kann hier kaum eine Doktorarbeit, vor allem mit dieser Zeichenbeschränkung, vorlegen, noch kann ich mich in komplexester Sprache auf verschiedene Punkt der marxschen Dialektik und Konzeptionen eingehen. Dein erster Fehler besteht darin, im Glauben zu sein, ich möchte den Marxismus in einer absoluten Weise widerlegen oder "entlarven", dabei teile ich nur meine Sorgen und philosophischen Kritikpunkte an diese einflussreiche Idee mit.

      Oscar Albert Wolters schrieb:

      In diesen Absätzen kann man vielleicht grundlegende Schwachstellen aufzeigen oder die reale Umsetzung kritisieren, aber eine theoretische Auseinandersetzung mit einem solchen Thema bedarf doch mehr Raum um sich den angestellten Behauptungen auch umfassend widmen zu können und Belege anzuführen, die hier nirgends zu finden sind.
      Ich weiß außerdem nicht, ob du Marx gelesen und/oder verstanden hast. Du hast hier jedenfalls manche falsche Rückschlüsse oder Darstellungen Marx' angeführt, die deine Worte ohnehin in Teilen disqualifizieren.
      Das glaube ich eher nicht. Ob ich Marx nun wirklich verstanden habe?... Keine Ahnung, kommt immer darauf an wie man ihn wirklich richtig interpretiert und versteht und ich teile eben meine Kritik mit, die ich aus meiner Interpretation zu Marx geschlossen habe. Meine Hauptkritik bestand vor allem darin, dass der Marxismus im hohen Maße materialistisch ist. Auch finde ich es schade, dass die Ontologie im Marxismus kaum Anwendung findet --- oder Dinge, die über Grundmaterialbeschaffung hinausgehen.
    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Rudolf Kim Velten schrieb:

      Ich versuche dieses Gedankengebäude halt nicht mit den selben Argumenten wie "Menschennatur" oder so zu wiederlegen, sondern greife seine Dialektik, seinen Charakter und seine philosophischen Positionen an. Das sind dann vor allem Kritiken mit denen sich Marxisten wirklich auseinandersetzen, weils ja mal was anderes ist und es stimmt das der Kommunismus so ansich nicht mehr angestrebt wird, aber der Marxismus ist die Grundlage mehrerer Ideengebilde der Moderne: Sozialdemokratie, Demokratischer Sozialismus, Libertärer Sozialismus uvm. was eben auch heute noch von großen Parteien Europas angestrebt wird.
      Grundlagen sind immer etwas anderes als was daraus entsteht - man kann durchaus argumentieren, daß die Ideengebilde, die Du beschreibst erwachsen sind, weil die reine Lehre nicht funktioniert.
      Eine Ideologie oder eine Idee ist ja nicht starr und hat verschiedene Ursprünge. Vor allem deswegen ist es wichtig die Väter einer Idee anzugreifen, auf die eine Idee basiert --- denn die Annahmen moderner Ideen basieren eben ihre eigenen Selbstverständlichkeiten und diese Selbstverständlichkeiten fußen wiederum in den Ideengebäuden der Väterideologien.

      Wenn man den Faschismus kritisiert, muss man eben den Hegelianismus wiederlegen und damit auch allseine selbstverständlichen Annahmen.
      Wenn man die Demokratie kritisiert, ist es vor allem Wichtig die Ursprünge der modernen/liberalen Demokratie, bei John Locke wiederzufinden und sie auf seiner Basis und seiner Selbstverständlichkeit anzugreifen.
      Wenn man die Juche Ideologie von Nordkorea kritisiert, muss man den Faden in seiner Entstehung finden und diesen Fäden zerreissen. Also folgenden Juche ---> Marxismus-Leninismus-Maoismus ---> Marxismus-Leninismus ---> Marxismus. Aber dann auch die prägenden Eigenschaften und Charakteristiken, die durch eigenständige Ideen hinzukamen, mit kritisieren --- das Originalgebilde darf selbstverständlich nicht einzigst unter Beschuss stehen.

      Wenn wir den Faschismus nur damit wiederlegen würden, in dem wir Hegel wiederlegen, wiederlegen wir nur den hegelianischen Teil des Faschismus, aber auch die restlichen Teile die eben den Faschismus ausmachen, müssen unter Kritik bestehen. In dem Falle eben Sorelianismus, Futurismus, Traditionelle Schule, Idealismus (non-hegelianischer) etc. Die Natur einer modernen Idee ergibt sich vor allem aus seinen Ursprüngen. Klar kann man die auch immer wieder bis in die Antike auf Politeia zurückführen, aber am Ende geht es auch daran, die Dialektik, Theorie und Selbstverständlichkeiten einiger Ideen grundsätzlich anzugreifen und ein Ideologe fühlt sich bei einer wirklich sachlichen Kritik an die Ideologie und ihrem Fundament, mehr in die Ecke gedrängt und angeschlagen, als wenn man recht oberflächlich die selben Kritiken raushaut.