Der Bundeskanzler I Rede zum Antrittsbesuch in Frankreich am 11.11.

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    • Der Bundeskanzler I Rede zum Antrittsbesuch in Frankreich am 11.11.



      Antrittsbesuch des Bundeskanzlers in Frankreich

      Im Rahmen seines Antritssbesuchs in Frankreich, sprach Bundeskanzler Arabia am gestrigen Montag bei einer Gedenkveranstaltung. Gemeinsam mit Präsident Macron gedachte er hier den Opfern des Ersten Weltkriegs, der vor 101 Jahren endete und den Zerfall des deutschen Reichs einläutete.






      Lawrence Arabia schrieb:


      Herzlichen Dank für den herzlichen Empfang.

      Heute vor 101 Jahren endete der erste Weltkrieg. Wir gedenken heute den Gefallenen und ich freue mich sehr darüber dies gemeinsam mit Emmanuel Macron tun zu dürfen. Der erste Weltkrieg gilt nicht ohne Grund als Wendepunkt der neueren Geschichte. Es starben fast neun Millionen Soldaten sowie sechs Millionen Zivilisten. Im Anschluss zerfiel das deutsche Reich. Heute vor 101 Jahren war der Waffenstillstand unterzeichnet worden.

      Mein heutiger Antrittsbesuch steht ganz im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft. Diese ist, und das wird uns an zu diesem Datum ganz besonders bewusst, keine Selbstverständlichkeit. Wie aus erbitterten Feinden Freunde werden ist ein Verdienst der Menschlichkeit und überzeugter Europäer. Unsere Vorfahren haben den Hass überwinden können, haben gemeinsame Werte gefunden und geteilt um im Anschluss Europa gemeinsam zu formen und zu vereinen. Dieser europäische Geist wird heute mehr gebraucht denn je.

      Monsieur Macron und ich haben uns heute lange unterhalten und dabei viele Gemeinsamkeiten feststellen können. Uns Beide eint die Angst anti-europäischer Kräfte die eine Europäische Union ablehnen und zu mehr Nationalismus zurückkehren möchten. Dies ist allerdings keine zukunftsträchtige Lösung. Wir brauchen mehr Europa, keinesfalls weniger. Die Europäische Union ist eine Institution des Friedens. Nach zwei Weltkriegen, mit Millionen Toden und Verletzten ist Zusammenhalt umso wichtiger, auch wenn die Erinnerung allmählich verblasst.

      Dies dürfen wir nicht zulassen. Das Gedenken an die Gefallenen muss auch nächstes Jahr stattfinden, das Jahr darauf und jedes Jahr in der Zukunft. Die Freiheit ist elementar. Wir genießen diese Freiheit jeden Tag und dafür wurden Opfer gebracht. Nur weil Sie, liebe Jüngeren unter uns, diese nicht selbst verteidigen mussten, bedeutet nicht dass nicht ein hoher Preis bezahlt wurde. Diesen mussten Andere bezahlen, und zwar mit ihrem Leben. Ich fordere Sie daher nun dazu auf Ihren Preis zu bezahlen. Seien Sie sich Ihrer Freiheit bewusst und nutzen Sie sie. Betreiben Sie Völkerverständigung, engagieren Sie sich in der Gesellschaft und zeigen Sie eine klare Grenze zu anti-demokratischen und anti-freiheitlichen Stimmen. Dies ist das Mindeste.

      Es darf niemals wieder zu einem Krieg auf dem europäischen Kontinent kommen. Umso mehr freut es mich heute mit Emmanuel ein langes Gespräch über eine gemeinsame Sicherheitspolitik führen zu können. Sein Vorschlag einer „wahren europäischen Armee“ stieß bei mir ganz selbstverständlich auf offene Ihren. Bereits als Verteidigungsminister konnte ich mit meiner damaligen Amtskollegin Parly über dieses Thema referieren und wir kamen schon damals zum Ergebnis diese Notwendigkeit anzuerkennen. Wir brauchen nicht nur eine „gemeinsame Interventionstruppe“ bis 2021, perspektivisch benötigen wir auch ein europäisches Verteidigungsbudget und eine gemeinsame Doktrin.

      Die „europäische Idee“ ist eine Idee für mehr Freiheit, für mehr Demokratie und für mehr Sicherheit. Im 21. Jahrhundert sind diese Dinge keine Selbstverständlichkeit mehr. In dieser Hinsicht wäre auch eine europäische Armee ein Friedensaspekt. Wer eine gemeinsame Armee stellt, kann sich nicht bekriegen. Dass genau das nicht mehr vorkommen darf, sehen wir nirgend deutlicher als hier und heute.

      Vielen Dank.


    • Europa ist ein Friedensprojekt und zeichnet sich in erster Linie durch starke Nationalstaaten aus, die sich respektvoll und selbstbestimmt begegnen. Das müssen wir uns bewusst machen. Mehr Internationalismus ist nicht immer eine Lösung.

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