[AA] Besuch der Prager Botschaft

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    • [AA] Besuch der Prager Botschaft

      Im Zuge seiner letzten Amtsreise besuchte
      Leybrock die Republik Tschechien. Zusammen mit dem Außenminister Tschechiens besichtigte er die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, um dort an das dreißig jährige Jubiläum des berühmtesten Halbsatzes der vergangenen Jahrzehnten
      zu gedenken.

      ,, Liebe Landsleute,
      wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise, der Rest des Satzes ging in tausendfachen Jubel unter.
      Meine Damen und Herren, es ist wohl einer der prägendsten und einer der bekanntesten Sätze der Nachkriegszeit und das, obwohl man erst später durch Hans-Dietrich Genscher das Ende des Satzes erfahren durfte. Dieses Ereignis, dieser Abend der Freude, ist nun schon dreißig Jahre her. Wohl vielen von uns standen in den Wochen und Monaten der Jahre 89/90 Tränen in den Augen. Die Freude über den unter anderem aus diesem Abend resultierenden Fall der Berliner Mauer und letzten Endes auch die Freude über die Wiedervereinigung nicht nur in Deutschland, sondern in den Folgejahren in ganz Europa. Deutschland und Europa wuchs in diesen wenigen Jahren zusammen. Man kann wohl verstehen, wieso Hans-Dietrich Genscher später sagte, dass dieser Abend der wohl schönste Abend in seiner politischen Kariere war.
      Doch sollten wir hier an diesem geschichtsträchtigen Tag
      nicht nur an den Sprecher der Worte erinnern, sondern sollten wir auch den
      Regierungschefen und Staatsoberhäuptern danken, die uns die deutsche und die europäische Einheit ermöglichten. Zunächst einmal George H. W. Bush, der leider vor einem Jahr verstarb. Er vertraute uns sehr und er verstand uns. Anschließend hätten wir Margeret Thatcher, die wohl sehr kritisch gegenüber der Wiedervereinigung stand, doch letztendlich überzeugt werden konnte. Selbiges gilt auch für François Mitterrand. Und zuletzt auch Michail
      Sergejewitsch Gorbatschow, der durch seine offene Haltung und seiner auch friedlich-diplomatischen Gesinnung von der DDR losließ, die Wiedervereinigung ermöglichte und letztendlich ungewollt dafür sorgte, dass der Ostblock und die Sowjetunion zerfiel und damit auch die europäische Einheit erreichte.
      Man muss hinzufügen, dass es viele, viele weitere Menschen gab, die uns die Wiedervereinigung ermöglichten. In der Hinsicht sollte auch nicht Altkanzler Kohl vergessen werden. Es war ein wahres Glück, dass es zu dieser Zeit die mächtigen Staaten von Menschen regiert wurden, die die Situation verstanden, vielleicht auch eigene Interessen ignorierten und damit dem Gesamtwohl dienten. Das sollte uns auch eine Lektion für die Zukunft sein."