MAUER IM KOPF | Die Kreishold Sommertour | BERLIN

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      Licht geht an
      Kreishold kommt rein

      „Hallo Berlin! Schön ist es hier! So ich setze mich mal auf meinen Hocker und trinke ein wenig Kaffee. Ich sehe schon in den ersten Reihen, dass Sie auch Getränke mit dabei haben. Da fällt mir ein... ich habe etwas mitgebracht! In meiner Hosentasche, Moment, muss es kurz herausholen. Sodele. Das hier ist ein kleines Mauerstück von meinem Vater. Beim Mauerfall war mein Vater in Berlin, für zwei Wochen. Er hatte diese Stadt noch nie gesehen, er war da knapp 50 und wollte diese Stadt besuchen mit seinen Freunden. Ich kann mich glücklich schätzen dass ich wegen meines Jobs als Staatssekretär fast wöchentlich in dieser wunderschönen Stadt bin. So, die Mauer fiel und, ich weiß gar nicht wie er das Mauerstück herausbekommen hat, also wo er Hammer und Meißel her hatte, aber, er hat es sich während des Mauerfalls nicht nehmen lassen, ein Stück Mauer mit nach Hause zu nehmen. Und ein kleines Stück Mauer ist sozusagen wieder hier, mein Vater hat es mir erlaubt es mitzunehmen. Ich bin total froh, weil das Mauerstück ist fast schon ein Schatz für meinen Vater. Er präsentiert es immer gerne in seiner Glasvitrine. So. Es gibt nicht nur Leute, die die Mauer in ihrer Glasvitrine haben, sondern auch in ihrem Kopf. Die Mauer im Kopf. Bald ist der Mauerfall 30 Jahre her. Die Mauer teilte Ost und West. Sie trennte uns, ganze Familien, einfach alles! Die Mauer sollte angeblich vor dem Westen schützen. Vor Westdeutschland. Und es war ein wirklicher Riesenerfolg für das Volk und die Demokratie. Die DDR unterdrückte. Es flohen viele und ihre Flucht nach Freiheit beendete meist der Tod. Die deutsch-deutsche Grenze war bei der Entstehung der Mauer in Zäune und Mauern geteilt, die schwer überwacht wurden. Aber so richtig traute sich die DDR es nicht, dies in Berlin zu machen, den sie wollte keinen Ärger mit den Schutzmächten des Westens. Eine Mauer sollte dies verhindern, dass Menschen flohen. Im Jahr 1990 gab es freie Wahlen in der DDR, ein Riesenerfolg. Ja, und dann die Wiedervereinigung. Auch ein Riesenerfolg. Wiedervereinigung – was bedeutet das? Was vereinigt man? Wenn man da ein Volk vereinigt, warum gibt es dann die Mauer im Kopf? Wir sind doch alle gleich! Ein Volk! Ein Deutschland! Oder doch nicht? Waren wir doch zwei verschiedene Völker? Also ich sage natürlich, dass wir ein Volk sind. Ein Volk in dem jeder gleich ist.

      Meine Damen und Herren,
      wir feiern bald 29 Jahre Wiedervereinigung! Was war das für eine Freude beim Mauerfall, in dem sich Ost und West in die Arme schließen konnten, ohne dass es ein Schießbefehl gab. Was war das für eine Freude an der deutschen Botschaft Prag, als sie in die BRD einreisen konnten? Dürfen wir diese Freude vergessen?
      Wir haben jahrelang gekämpft. 1953 mit keinem Erfolg. Oder doch? Denn wir haben nicht aufgegeben. Man hat sich 40 Jahre unterdrücken lassen! 40 Jahre Scheindemokratie! Und dann sind die Bürger des Ostens 1989 dennoch aufgestanden und haben für ihre Rechte gekämpft. Immer mit der Sorge, dass ein Schuss die Demonstration beenden konnte. Immer der Sorge, dass man getötet wurde. Doch der Drang nach Demokratie war stärker! Sie wollten Demokratie und Rechte. Diese bekamen sie auch. Laut „FOCUS“ und „WELT“ wünscht sich jeder vierte die Mauer zurück. Jeder Vierte! Man kann sich zurecht fragen, wieso das ist. Doch eine wirkliche Antwort bekommt man nicht. Wir können froh sein. In den meisten afrikanischen Ländern ist von Demokratie und Menschenrechte keine Spur. Deshalb müssen wir froh sein. Auf die Wiedervereinigung. Und dass wir in einem so gutem Land leben.

      Ich bedanke mich, Berlin!
      Es gibt Currywurst, Kasseler, Königsberger Klopse und Windbeutel.
      Wiki-Aufbauer :)