Charlotte Rose zu ihrer Kandidatur als Bundespräsidentin

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    • Charlotte Rose zu ihrer Kandidatur als Bundespräsidentin


      Meine sehr verehrten Damen und Herren,
      liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

      mit Datum des gestrigen Tages habe ich den Vorschlag einer geschätzter Mitglieder der Bundesversammlung angenommen, und meine Kandidatur als Bundespräsidentin der Bundesrepublik Deutschland erklärt. An dieser Stelle möchte ich mich zunächst herzlich für das Vertrauen in meine Person bedanken. Für einige von Ihnen kam diese Kandidatur mit Sicherheit unerwartet, gerade deshalb möchte ich gerne einige Worte hierzu verlieren und stehe am Ende selbstverständlich auch für Fragen zur Verfügung.

      Da meine öffentliche Karriere noch nicht besonders langwierig ist, möchte zunächst einige persönliche Worte zu meiner Person verlieren. Geboren wurde ich am 11. April 1979 in Düsseldorf und erlangte dort 1997 mein Abitur. Anschließend studierte ich Rechtswissenschaften an der Universität zu Düsseldorf und wurde 2007 zur Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ernannt. Diese Tätigkeit übte ich aus, bis ich 2018 in den Landtag des Landes Nordrhein-Westfalens gewählt wurde.

      Meine Damen und Herren, nun aber genug von meiner persönlichen Vorgeschichte, sondern zu den Ambitionen, die mich zu meiner Kandidatur geleitet haben. Der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin der Bundesrepublik Deutschland, ist der höchste Repräsentant unserer großartigen Nation, seine Aufgabe ist vor allem die Vertretung unseres Landes im In- aber vor allem dem Ausland, der Empfang und die Akkreditierung von Botschaftern und Gesandten, sowie die formelle Prüfung und anschließende Ausfertigung der beschlossenen Bundesgesetze.

      Einige Bundespräsidenten haben in der Vergangenheit völlig zu Recht einen besonderen Fokus auf die Würdigung des Ehrenamtes gelegt, freiwilliges Engagement der Zivilgesellschaft hat in der Tat eine unschätzbare Bedeutung für unsere Nation und sollte auch weiterhin umfänglich gewürdigt werden.

      Als Bundespräsidentin wäre es mir aber auch ein besonderes Anliegen, denjenigen zu danken und vor allem sie mit mehr Anerkennung zu würdigen, die sich dem Schutz der Bundesrepublik Deutschland und der Unterstützung ihrer Bürger auch berufsmäßig verschrieben haben. In Deutschland herrscht seit einigen Jahren gegenüber Polizeibeamten, Rettungskräften, Feuerwehrleuten, Soldaten, Ärzten und all den weiteren großartigen Männern und Frauen, die sich täglich unter Einsatz ihrer Sicherheit und ihrer Gesundheit für unsere Sicherheit und unser Wohlergehen einsetzen, eine zunehmende Feindseligkeit. Beinahe wöchentlich liest man Berichte darüber, dass wieder einmal Rettungssanitäter oder Polizisten während der Wahrnehmung ihrer so wichtigen Arbeit, beleidigt, bespuckt oder gar massiv körperlich angegriffen wurden. Diese Berichte machen mich fassungslos, sowohl als Mensch als auch als Politikerin, hier gilt es dringend gegenzusteuern und diesen Berufsgruppen mehr Wertschätzung und Anerkennung zukommen zu lassen.



      Selbstverständlich ist für mich auch, die obligatorische Niederlegung jedweder parteipolitischer Mandate während einer etwaigen Amtszeit. Der Bundespräsident ist der Präsident aller Deutschen und Repräsentant des gesamten Volkes, genau hierfür ist ein hoher Grad an Unabhängigkeit erforderlich, Grund dafür ist auch, dass wir gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung eine ruhige und besonnene Vertretung brauchen.

      Wie gestern bereits von einigen Personen angesprochen, wäre ich auch die erste Frau im Amt als Bundespräsident bzw. Bundespräsidentin, selbstverständlich sollte und wird immer die tatsächliche Qualifikation über die Besetzung eines Amtes entscheiden, unabhängig davon, ist es leider auch heutzutage noch nicht überall angekommen, dass wir Frauen nicht weniger kompetent oder geeignet für bestimmte Jobs oder politische Ämter sind, als Männer. Es wäre ein Meilenstein in unserer Geschichte, wenn irgendwann einmal eine Frau Staatschefin unserer wunderbaren Nation wäre und ich denke, es wäre auch ein klares, positives Signal an die nächste Generation junger Frauen, die wunderbares erreichen wird können.

      Wir leben in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung, häufig werden bestimmte Probleme oder Themen überspitzt oder gar überdramatisch dargestellt, die mühsam erarbeiteten Problemlösungen werden schlecht geredet. Dies erleben wir zum Beispiel auch im Rahmen der Flüchtlingskrise. Deutschland hat seit 2015 über eine Million Flüchtlinge aufgenommen, ein enormer Kraftakt, der sowohl Zivilgesellschaft als auch Bund und Ländern ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit abgenötigt hat und weiterhin abnötigt. Auf diese großartige humanitäre Leistung können wir gemeinsam stolz sein, stattdessen gibt es gerade hier erhebliche Konflikte verschiedener Interessengruppen, keine Frage: Zum politischen Diskurs gehört die Debatte darüber, wie der zukünftige Kurs der Bundesrepublik aussehen wird. Es gehört auch zur Wahrheit dazu, dass längst nicht alle Menschen die nach Deutschland kommen und gekommen sind, hier ein Bleiberecht erhalten werden, gleichzeitig wird es auch viele Familien geben, die dauerhaft hier leben werden, hier gilt es, diese zügig zu integrieren und sie als zeitweise oder dauerhafte Mitbürger anzuerkennen.

      Bedauerlicherweise leben wir auch In Zeiten von ansteigenden Terror- und Morddrohungen und leider auch der Umsetzung ebenselbiger, sowohl gegen politische Mandatsträger als auch gegen unsere Nation im allgemeinen, es ist deshalb umso wichtiger, ein Staatsoberhaupt zu haben, was nicht spaltet sondern Möglichkeiten zur Zusammenführung von eigentlich widerstrebenden Interessen nutzt. Ich bin überzeugt davon, dass die Mehrheit der Kandidaten diesem Anspruch mühelos gerecht werden kann!

      Abschließend möchte ich die Möglichkeit nutzen, meinen Mitbewerben für dieses hohe Staatsamt, viel Erfolg für ihre jeweilige Kandidatur zu wünschen, eine so vielfältige Auswahl in der Bundesversammlung, ist ein Fest der Demokratie, und ich bin überzeugt davon, dass diese große Auswahl zu einer sehr hohen Wahlbeteiligung führen wird, was für jeden Demokraten ein Grund zur Freude sein wird.

      Meine Damen und Herren, herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Gerne stehe ich Ihnen im persönlichen Gespräch als auch hier für Fragen zur Verfügung und freue mich auf den gemeinsamen Austausch mit Ihnen.



      Präsidentin des Landtages von Nordrhein-Westfalen