Hat sich etwas verändert? - Ein Denkanstoß

    • Friedrich Waldeck schrieb:

      Es geht mir überhaupt nicht darum, ob es besser wäre, wenn wir uns an jemand anderem orientieren. Meiner Meinung nach ist die einzige Idee an der wir uns orientieren sollten die europäische und weder die amerikanische noch die nichtvorhandene russische. Und das Amerika schon lange nicht mehr für das steht, für was es einmal stand, sollte auch klar sein. Die letzte Phase die tatsächlich noch dem amerikanischen Gedanken gerecht wurde, war die Zeit bis 1945, ab da ging es nur noch um Interessen und Einflusssphären.

      Zum Ukraine Teil: Nehmen wir noch mal hinzu was ich gerade in meinem vorherigen Beitrag schon geschrieben habe. Warum ist die Frage hier überhaupt "entweder oder?"? Wenn sich ein Land wie die Ukraine zwischen vereinfacht gesagt Westen und Osten entscheiden muss, zerbricht es daran und gerade wir als Deutsche, die Jahrzehnte auch in der Rolle waren sowohl in Richtung Westen als auch Osten die Verbindung nicht abreißen zu lassen, weil damit auch unsere nationale Einheit auf dem Spiel stand, sollten das eigentlich sehr gut nachvollziehen können.
      Eine "europäische" Idee erkenne ich derzeit nicht - dazu ist zuviel nationaler Egoismus in der EU. Letztenendes muss hier eine Entscheidung her - wer zur EU gehören will, muss sich zwischen Demokratie und Autokratie entscheiden und zwar nachhaltig. Man kann mit allen reden, aber spielen tut man dann doch nur mit seinen Freunden, n'est-ce pas?

      Ironischerweise hat man in Deutschland nach 1945 sich jeweils eindeutig für "eine Seite" entschieden. Das war nicht leicht für die beiden deutschen Staaten - hier geht es aber auch nicht um die Seite, sondern um die EInstellung - Demokratie und Menschenrechte ja oder nein.
      Mitglied des Spielerrates a.D.


    • Tillmann Dietrich schrieb:

      [...] die Entstehung dieses Islamistischen Terrorismus verantwortlich. Den gab es so nie.
      Das ist doch lächerlich!
      Seit Muhammad's Tod haben islamische Kalifate immer wieder versucht europäisches Territorium zu übernehmen; Stichwort: Islamische Expansion.

      ,, Reconqista " ist ihnen sicherlich ein Begriff oder?
      Das war die kastilische bzw. portugiesische (usw.) Rückeroberung der Iberischen Halbinsel, vor den arabisch-mohammedanischen Invasoren!

      Oder siehe die Kreuzzüge:
      Diese waren eine Reaktion auf die arabisch-mohammedanischen Invasionen vom Königreich Jerusalem, Konstantinopel und anderen ehemals katholischen Staaten.
      Siehe den Völkermord an den Bengalen, an die Banu Quraiza oder der vergessene sich über 500 Jahre lang gezogene Völkermord an den Hindus.
      Und selbst jetzt erfahren wir, wie Christen, Juden, Atheisten, Homosexuelle usw. in muslimischen Staaten immer noch dahingemetzelt werden, zwar nicht in einer Art und Weise das man es mit einem Völkermord gleichstellen könnte, aber die Morde bleiben!!

      Tillmann Dietrich schrieb:

      Es gab Regierungen auch in diesen Regionen die Fortschritt versprachen, aber dann leider gestürzt wurden. Siehe Iran.
      Man darf einfach das Wirken dieser Mächte in diesen Regionen bei der Beurteilung der Entwicklung der Länder nicht außer Acht lassen, das wäre fatal.
      Stimmt, Staaten wie der Königreich Iran, die türkische Republik, Marokko, Ägypten und Libanon waren in der Vergangenheit teils sehr liberal, progressiv und christlich.
      Der Iran als liberaler Staat wurde jedoch seit der islamischen Revolution 1979 gestürzt und ist nicht mehr der Selbe Staat wie er es früher war.
      Damals konnten Frauen noch im Rock auf den Straßen rumlaufen, jetzt müssen Frauen im Rock dort den Taharrush ausgesetzt...

      Im syrischen Bürgerkrieg heißt es jetzt:
      Assad-Regierung vs. demokratisch-liberale Revolutionäre vs. Islamischer Staat.
      Es ist doch auf Anhieb klar, wen man zu unterstützen hat.

      Dem Westen alles oder einen Großteil in die Schuhe zu schieben ist bescheuert.
      Die Leute da unten sind sehr wohl in der Macht dazu, den eigenen Staat ins Chaos zu stürzen und faschistische Terrorgruppierungen zu entwickeln, da braucht es keine USA, Großbritannien oder Frankreich.

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    • Friedrich Waldeck schrieb:

      Na na halt, das habe ich auch nicht gesagt. Ich wollte lediglich zum einen den Unterschied zwischen Russland und der Ukraine verdeutlichen und damit zum anderen auch aufzeigen in was für eine schwierigen Lage sich das Land selbst befindet.

      Die UN Menschenrechtscharta ist erst einmal unabhängig davon zu betrachten, ob die UN funktioniert oder nicht. Vielmehr geht es zunächst darum, ob grundlegende Menschenrechte nur für Europäer, Amerikaner etc. gelten oder für alle Menschen auf dieser Welt, egal in welcher Staatsform sie auch leben.Und der Ansicht die Du gerade beschreibst, muss ich deutlich widersprechen. Zunächst einmal bedeutet die Nichteinhaltung von Menschenrechten nicht zwangsläufig, dass man sofort in Länder die sich daran nicht halten, einmarschieren muss. Wäre den so, hätten wir vor Jahren schon in Russland einmarschieren müssen.
      Eine der Lehren aus dem 2. Weltkrieg war jedoch, dass es eben genau der falsche Weg ist, wenn man andere Nationen einfach gewähren lässt. Man hat Deutschland seinerzeit auch das Sudetenland annektieren lassen ohne dass daraus echte Konsequenzen entstanden sind. Man hat Deutschland das Ruhrgebiet wieder militärisch besetzen lassen, ohne dass dort ernsthafter Widerstand erfolgte. Man hat Deutschland seinerzeit so ziemlich alles machen lassen, was es wollte. Und selbst als Deutschland Polen angegriffen hat, haben sich nur wenige Staaten dazu durchgerungen Deutschland tatsächlich in die Schranken zu weisen. Wohin so etwas führt, brauche ich hier denke ich niemanden erklären.
      Wenn wir nun jedoch hingehen und diese eine der wichtigsten Lehren aus dem 2. Weltkrieg vergessen und wieder andere Nationen die Stück für Stück die Eskalationsschraube nach oben drehen, einfach gewähren lassen, dann wird sich die Geschichte an dieser Stelle wiederholen und wir selbst werden uns später erneut die Frage stellen müssen, wie wir es überhaupt zulassen konnten, dass es soweit kommt.

      Wir leben in einer zunehmend vernetzten Welt. Fast jeden Tag wird die Welt für uns ein Stückchen kleiner und in einer solchen Welt, kann kein Staat der Welt es sich erlauben, sich nur noch auf sich selbst zu konzentrieren und alles andere um ihn herum auszublenden.
      1. Die schwierige Lage wird aber von Aussen verkompliziert - und zwar von Russland in dem Fall.

      2. Ich sehe in der UN-Menschenrechtscharta nichts was man sonderlich beachten muss - die ist von Anfang an verletzt worden und hat nie wirklich Wirkung entfaltet. Die Menschenrechtscharta hat auch nichts mit der Friedenserhaltung zu tun, denn was ein Staat innenpolitisch macht kann uns eigentlich herzlich gleichgültig sein. Du sprichst ja hier von Aussenpolitik - Aggression gegenüber anderen Staaten, ist ja von der Charta nicht abgedeckt. Die Durchsetzung dieser Menschenrechte würde tatsächlich militärische Aktionen bedürfen und das funktioniert nicht - wir sollten uns nicht in die Innenpolitik anderer Staaten einmischen, nie, denn wir machen uns regelmäßig unglaubwürdig damit. Im Gegenzug beschränkt sich dann auf Handel und der Rest fällt schlicht weg - eine gewisse politische Selbstisolation muss nicht das Schlechteste sein. Man kümmert um jene, die genauso ticken, aber passiert halt irgendwas in einem autoriären Staatswesen sollen sie selber mit den Folgen klar kommen.

      3. Verbrechen gegen Frieden zwischen den Staaten sind etwas anderes - hier kann die internationale Gemeinschaft durchaus handeln, sie tut es halt immer nur, wenns einer der "Kleinen" ist - die fünf "Veto"mächte verhindern ja alles andere. Insofern kann man auch hier konstatieren : 1945 ist vorbei.

      ;) PS : Es war das Rheinland was Hitler 1936 wieder remilitarisierte, nicht das Ruhrgebiet ;)
      Mitglied des Spielerrates a.D.