Auf der Suche nach meiner politischen Identität

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      Bernhard Lilienkamp schrieb:

      Politische Identität?

      Also bei mir ist das relativ wechselhaft geworden, mit 16/17 Jahren war ich eher auf SPD-Kurs, danach wieder eher liberaler geworden, habe aber konservative Ansätze in wenigen Bereichen. Für mich selbst würde ich mich aber keinem politischen Lager mehr zurechnen wollen, lieber sich thematisch positionieren, das macht es auch flexibler.

      Ich weiß auch noch nicht genau, wen ich zur Europawahl wählen soll, allerdings rate ich dir folgende Gedanken durchzuspielen:

      1. Wie soll Europa im Idealfall aussehen?
      2. Wie sieht Europa jetzt aus?
      Also erst mal der Soll-Ist-Vergleich. Das Soll darf ruhig idealistisch oder gar utopisch sein. Das Ist muss realitätsgetreu wie möglich gesehen werden (was aufgrund der Filterblasen gar nicht so einfach ist).

      Also dort, wo sich die größten Differenzen herausergeben, kann dann ein Indikator für dich sein, wo es auch den größten Handlungsbedarf gibt. Wichtig ist jetzt noch, dass du noch Priorisierungen vornimmst, also was ist dir selbst dann wichtiger als Thema gegenüber anderen.

      Für mich beispielsweise ist die Grundverfassung der EU für mich derzeit die größte Baustelle, auch wenn es anderweitig wie bspw. im Umweltbereich viel zu tun gäbe.
      Ich möchte aber neue verfassungsrechtliche Ausarbeitungen und eine Demokratisierung, keine Vertiefung im Moment, wenn das ganze System noch auf wackligen Füßen steht. Jede Partei sollte auch einen entsprechenden Schwerpunkt für sich haben, wenn sie das nicht hat, hat sie auch weniger Elan, etwas umsetzen zu wollen.

      Und das ganz Wichtige zum Schluss: Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass du bei der übernächsten Wahl auch dieselbe Entscheidung treffen musst wie im Mai. Ich bin mittlerweile stolz, dass ich Wechselwähler bin, der dazu beiträgt, dass Demokratie lebendig bleibt, weil nichts konstant ist. :)
      Na gut, das werde ich wohl machen müssen und danke für die Tipps :thumbup:

      Tom J. Whitmore schrieb:

      Es ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit, eine Partei zu finden, mit deren Ziele man hundertprozentig übereinstimmt. Selbst ich als jemand, der Mitglied einer Partei ist, kann mich nicht mit jeder Position meiner Partei identifizieren, dafür sind die meisten Parteien schlicht zu pluralistisch aufgebaut. An deiner Stelle würde ich einzelne Themen nach ihrer Relevanz für dich ordnen und dann schauen, mit welcher Partei du die größten Überschneidungen hast.
      Natürlich, aber ich fühle mich eben bei keiner Partei richtig wohl :P

      Sophie Bloomberg schrieb:

      Die Union ist doch gar nicht so wirtschaftsliberal. Die CDU hat mit AKK sogar eine sehr sozialpolitisch stark aufgestellte Parteivorsitzende, wobei Angela Merkel ja auch eher dem sozialen Flügel der CDU mittlerweile angehört, finde ich persönlich.

      Und dann kommt hinzu, dass man mit der Union eine Partei wählen kann, die dann den Kommissionspräsidenten stellen dürfte. Also das ist doch im Interesse Deutschlands. Also bei mir ist die Entscheidung daher ganz klar bei der CDU. Manfred Weber soll ein starkes Mandat in der EU bekommen :thumbup:

      Aber bei der Suche nach deiner politischen Identität kann ich dir natürlich nicht helfen. Das ist was ganz Persönliches ^^
      Muss ich mir mal überlegen :P Die CDU kam mir auch schon länger in den Sinn...

      Birgit Weihmann schrieb:

      Was wäre denn Europa ohne Martin Sonneborn? ;)
      Spaß beiseite.

      Ich denke, dass es vielen Menschen, die sich der politischen Mitte zuordnen, ganz genauso geht, wie Dir. Außerdem finde ich es ziemlich schwierig eine Partei zu finden, mit der man sich zu Hundert Prozent identifizieren kann. Das schlimmste, was Du jetzt machen kannst, ist dich selber unter Druck zu setzen. Vielleicht überlegst Du Dir erstmal, was Dir bei der Europawahl besonders wichtig ist, was du unbedingt umgesetzt sehen willst. Und dann könntest Du Dir die Meinungen der Parteien dazu einholen, dich mit den Kandidaten auseinandersetzen, etc.
      Ja, das werde ich unbedingt machen ^^ Wie s. o.
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      Pavel Yong schrieb:

      Ich glaube an einer politischen Identität mangelt es nicht, sondern eher daran eine Heimat für sie zu finden.
      Wahlen sind halt oft wie die Politik selbst. Man guckt wo man die größten Schnittmengen hat, macht mit sich selbst Kompromisse aus, beißt auch mal in den sauren Apfel wenn ein paar Punkte nun gerade nicht mit der eigenen politischen Identität kongruent sind.
      Also wie in der Politik selbst, wo sich die Frage stellt, mit wem kann ich am ehesten meine politischen Vorstellungen umsetzen, stellt sich für mich persönlich eben die Frage, wer kann meine politischen Vorstellungen am ehesten durchsetzen. Und da erreicht man nie eine 100%ige Deckung. Wie eine Koalition ist eine Wahl für mich ein Kompromiss, der sich Wahl zu Wahl ändern kann.
      Wie schon erwähnt, fühle ich mich bei keiner Partei wirklich wohl :/

      William schrieb:

      Vielleicht wäre die ÖDP eine Option, die sind "konservativ-grün" (ich denke auch etwas links).

      Website: oedp.de/index.php?id=1678
      EU-Wahlprogramm 2019: oedp.de/programm/europawahlprogramm-2019/

      Vielleicht könnten Sie auch gucken was bei Ihnen im Wahl-O-Mat rauskommt. (Darauf sollte die Wahl aber nicht begrenzt sein (steht sogar auf der Website von Wahl-O-Mat)).
      Sieht echt interessant aus, werde mich mit ihnen etwas genauer auseinandersetzen :)
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      Also ich hab es da mittlerweile leichter. Ich gehe wohl zu den Grünen. Ich war ein Jahr lang Mitglied der Piratenpartei, aber ich habe das Gefühl, dass dort so eine "Kein Bock"-Stimmung herrscht, weshalb ich austrete und die Grünen wählen werde. Die Humanisten schienen mir sehr interessant aber sind dann doch nicht ganz meins.
      Linksliberaler Öko
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      Ich persönlich stellte schon immer eine Mitte dar. Und ich bin gar froh drum. Das macht es mir einfach, nicht direkt in Missverständnis zu fallen, wenn ich mit Parteikollegen spreche, mit Grünen, Linken, AfD, oder Himmel weiß wen. Ich höre mir die Leute immer gerne an, was sie für Denken haben. Manchmal kommt ein lustiger Spruch von mir (das aber zu jedem).

      Natürlich ist es bei Wahlen dann nicht einfach, aber das wird z.B bei Bundestagswahlen anhand des Wahlprogrammes entschieden. Ich bin also keiner, der immer nur die selbe Partei wählt / wählen könnte. Es kommt eben auf den aktuellen Kurs der Partei an.
      #ANEIESBAYERN





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      Mir geht es ähnlich. Eigentlich wollte ich diesen Mai CDU wählen.. Jedoch hat mir deren Verhalten bezüglich Artikel 13 nicht allzu gut gefallen, weshalb ich diese Entscheidung wahrscheinlich überdenken werde. Dennoch fehlt mir eine andere konservative Kraft als Alternative. Mittlerweile ziehe ich ernsthaft die Partei die PARTEI in Betracht, da es eine "Protestpartei" ist, die allerdings keinen Mist baut (wie z.B. die AfD). Außerdem würde ich Sonneborn gern wieder im EU-Parlament sehen.^^ Naja, ich warte auf jeden Fall erstmal noch ab, was der Wahl-O-Mat mit sich bringt. (Anfang Mai ist die Veröffentlichung)
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      Also meiner Stimme gilt ganz klar den Grünen oder der Linken, das werde ich mir dann am Wahltag überlegen.

      Die SPD ist für mich nicht mehr wählbar, dafür haben sie einfach zuviel falsch gemacht und da beschwichtigt mich auch nicht die Abkehr von Hartz IV.

      Erstwählerprobleme hatte ich auch mal, aber das ist laaaange her. :D


      Präsidentin des Deutschen Bundestags
      Bundesministerin für Familie, Senioren, Gleichstellung und Jugend
      Staatsministerin des Innern und für Kultus des Freistaates Sachsen
      Mitglied des Deutschen Bundestags
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      Felix Figl schrieb:

      Anja Schulze schrieb:

      Erstwählerprobleme hatte ich auch mal, aber das ist laaaange her. :D
      Spoiler anzeigen
      Fühl dich nicht so alt, nur weil du fast Lehrer bist ;)

      Spoiler anzeigen
      Du bist immer soooo lustig, weißt du das, Ösi? ^^


      Präsidentin des Deutschen Bundestags
      Bundesministerin für Familie, Senioren, Gleichstellung und Jugend
      Staatsministerin des Innern und für Kultus des Freistaates Sachsen
      Mitglied des Deutschen Bundestags
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      Ludwig von Eichendorff schrieb:

      Mir geht es ähnlich. Eigentlich wollte ich diesen Mai CDU wählen.. Jedoch hat mir deren Verhalten bezüglich Artikel 13 nicht allzu gut gefallen, weshalb ich diese Entscheidung wahrscheinlich überdenken werde. Dennoch fehlt mir eine andere konservative Kraft als Alternative. Mittlerweile ziehe ich ernsthaft die Partei die PARTEI in Betracht, da es eine "Protestpartei" ist, die allerdings keinen Mist baut (wie z.B. die AfD). Außerdem würde ich Sonneborn gern wieder im EU-Parlament sehen.^^ Naja, ich warte auf jeden Fall erstmal noch ab, was der Wahl-O-Mat mit sich bringt. (Anfang Mai ist die Veröffentlichung)
      Als konservative Kraft fällt mir so die LKR von Bernd Lucke ein. Was hältst du denn von denen?
      Linksliberaler Öko
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      Markus Kraftherz schrieb:

      Als konservative Kraft fällt mir so die LKR von Bernd Lucke ein. Was hältst du denn von denen?
      Einige Dinge gefallen mir, ja. Jedoch sind sie mir zu ablehnend bzgl. Europa eingestellt. Einen gemeinsamen europäischen Bundesstaat lehne ich auch ab, allerdings fordern die LKR darüber hinaus die Abschaffung des Euro sowie Möglichkeiten für einzelne Staaten, sich aus der gemeinsamen Sache EU und deren Projekten herauszunehmen und nur nach eigener Präferenz und Wunsch zu partizipieren - so kann das (mMn) auch nicht laufen.