Auf der Suche nach meiner politischen Identität

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    • John Kennedy schrieb:

      Katharina von Habsburg schrieb:

      Ich schon :P Das kann ich einfach nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Wir leben in einer Demokratie und dürfen frei wählen, während Menschen aus totalitären Staaten nur davon träumen könnten. Ich weiß nicht...
      Stimmt, wir dürfen. Wir müssen weder wählen, noch wird uns vorgeschrieben, wen der zugelassenen Parteien wir wählen müssen oder sollten. Weder du, noch irgendjemand anderes ist für die missliche Lage in anderen Nationen verantwortlich. So sehe ich das ^^
      Kann wohl sein, doch weiter bringt mich das auch nicht :D

      Homo proponit sed deus disponit.
    • Politische Identität?

      Also bei mir ist das relativ wechselhaft geworden, mit 16/17 Jahren war ich eher auf SPD-Kurs, danach wieder eher liberaler geworden, habe aber konservative Ansätze in wenigen Bereichen. Für mich selbst würde ich mich aber keinem politischen Lager mehr zurechnen wollen, lieber sich thematisch positionieren, das macht es auch flexibler.

      Ich weiß auch noch nicht genau, wen ich zur Europawahl wählen soll, allerdings rate ich dir folgende Gedanken durchzuspielen:

      1. Wie soll Europa im Idealfall aussehen?
      2. Wie sieht Europa jetzt aus?
      Also erst mal der Soll-Ist-Vergleich. Das Soll darf ruhig idealistisch oder gar utopisch sein. Das Ist muss realitätsgetreu wie möglich gesehen werden (was aufgrund der Filterblasen gar nicht so einfach ist).

      Also dort, wo sich die größten Differenzen herausergeben, kann dann ein Indikator für dich sein, wo es auch den größten Handlungsbedarf gibt. Wichtig ist jetzt noch, dass du noch Priorisierungen vornimmst, also was ist dir selbst dann wichtiger als Thema gegenüber anderen.

      Für mich beispielsweise ist die Grundverfassung der EU für mich derzeit die größte Baustelle, auch wenn es anderweitig wie bspw. im Umweltbereich viel zu tun gäbe.
      Ich möchte aber neue verfassungsrechtliche Ausarbeitungen und eine Demokratisierung, keine Vertiefung im Moment, wenn das ganze System noch auf wackligen Füßen steht. Jede Partei sollte auch einen entsprechenden Schwerpunkt für sich haben, wenn sie das nicht hat, hat sie auch weniger Elan, etwas umsetzen zu wollen.

      Und das ganz Wichtige zum Schluss: Es ist nicht in Stein gemeißelt, dass du bei der übernächsten Wahl auch dieselbe Entscheidung treffen musst wie im Mai. Ich bin mittlerweile stolz, dass ich Wechselwähler bin, der dazu beiträgt, dass Demokratie lebendig bleibt, weil nichts konstant ist. :)
    • Es ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit, eine Partei zu finden, mit deren Ziele man hundertprozentig übereinstimmt. Selbst ich als jemand, der Mitglied einer Partei ist, kann mich nicht mit jeder Position meiner Partei identifizieren, dafür sind die meisten Parteien schlicht zu pluralistisch aufgebaut. An deiner Stelle würde ich einzelne Themen nach ihrer Relevanz für dich ordnen und dann schauen, mit welcher Partei du die größten Überschneidungen hast.
      U.S. Secretary of State
    • Die Union ist doch gar nicht so wirtschaftsliberal. Die CDU hat mit AKK sogar eine sehr sozialpolitisch stark aufgestellte Parteivorsitzende, wobei Angela Merkel ja auch eher dem sozialen Flügel der CDU mittlerweile angehört, finde ich persönlich.

      Und dann kommt hinzu, dass man mit der Union eine Partei wählen kann, die dann den Kommissionspräsidenten stellen dürfte. Also das ist doch im Interesse Deutschlands. Also bei mir ist die Entscheidung daher ganz klar bei der CDU. Manfred Weber soll ein starkes Mandat in der EU bekommen :thumbup:

      Aber bei der Suche nach deiner politischen Identität kann ich dir natürlich nicht helfen. Das ist was ganz Persönliches ^^
      Persönliche Angriffe sind die Argumente jener, der über keine Argumente mehr verfügen.
    • Was wäre denn Europa ohne Martin Sonneborn? ;)
      Spaß beiseite.

      Ich denke, dass es vielen Menschen, die sich der politischen Mitte zuordnen, ganz genauso geht, wie Dir. Außerdem finde ich es ziemlich schwierig eine Partei zu finden, mit der man sich zu Hundert Prozent identifizieren kann. Das schlimmste, was Du jetzt machen kannst, ist dich selber unter Druck zu setzen. Vielleicht überlegst Du Dir erstmal, was Dir bei der Europawahl besonders wichtig ist, was du unbedingt umgesetzt sehen willst. Und dann könntest Du Dir die Meinungen der Parteien dazu einholen, dich mit den Kandidaten auseinandersetzen, etc.


      Außer Dienst

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nicola Weihmann ()

    • Ich glaube an einer politischen Identität mangelt es nicht, sondern eher daran eine Heimat für sie zu finden.
      Wahlen sind halt oft wie die Politik selbst. Man guckt wo man die größten Schnittmengen hat, macht mit sich selbst Kompromisse aus, beißt auch mal in den sauren Apfel wenn ein paar Punkte nun gerade nicht mit der eigenen politischen Identität kongruent sind.
      Also wie in der Politik selbst, wo sich die Frage stellt, mit wem kann ich am ehesten meine politischen Vorstellungen umsetzen, stellt sich für mich persönlich eben die Frage, wer kann meine politischen Vorstellungen am ehesten durchsetzen. Und da erreicht man nie eine 100%ige Deckung. Wie eine Koalition ist eine Wahl für mich ein Kompromiss, der sich Wahl zu Wahl ändern kann.
    • Kenne das Problem, zu sozial für die FDP, zu fortschrittlich für die Union, die sich in meinen Augen gerade wieder etwas vom Pragmatismus der vergangenen Jahre entfernt, wiederum zu Wirtschaftsliberal für Linke, Grüne & Sozialdemokraten (letztgenannte kann man sowieso nicht mehr ernst nehmen). Und über die AfD braucht man gar nicht erst anfangen zu reden...

      Kleine Parteien schließen sich für mich in weiten Teilen aus, auch wenn die Humanisten interessant erscheinen. Die Grünen scheinen nicht zu wissen, wo sie mit dem derzeitigen Aufwind hinwollen und verrennen sich in Fragen der Enteignung. Was ich mir vielleicht für Deutschland wünschen würde, wäre ein Grünliberale Partei, aber da können wir wohl noch lange warten.
    • Katharina von Habsburg schrieb:

      Hi Leute,

      angesichts dessen, dass ich bei der Europawahl zum ersten Mal wählen darf, stellt sich natürlich die Frage, welche Partei ich wählen soll. Für viele Menschen scheint es wohl klar zu sein und viele können sich auch wohl einer Partei zuordnen, doch bei mir ist es irgendwie anders. Ich ordne mich bislang der Mitte zu, doch das gefällt mir auch nicht wirklich. Einerseits bin ich bei den meisten gesellschaftlichen Fragen eher konservativ und bei wirtschaftlichen Fragen sehe ich mich eher links. Das Problem ist nun, dass keine Partei -oder keine bedeutende Partei- solche Ansichten vertritt. Die SPD ist für mich bei gesellschaftlichen Fragen zu liberal und die CDU für mich wirtschaftlich zu liberal. Ich befinde mich somit auf der Suche nach einer politischen Identität. Was soll ich machen? Jedes Mal in der Wahlkabine die Augen zu machen und gucken, welche Partei ich diesmal getroffen habe? Aufgrund dessen hege ich zur Partei die Partei große Sympathien, aber aus der moralischen Verantwortung kann ich diese Partei nicht wählen.
      Diese Frage zerbricht mir echt den Kopf.
      Vielleicht wäre die ÖDP eine Option, die sind "konservativ-grün" (ich denke auch etwas links).

      Website: oedp.de/index.php?id=1678
      EU-Wahlprogramm 2019: oedp.de/programm/europawahlprogramm-2019/

      Vielleicht könnten Sie auch gucken was bei Ihnen im Wahl-O-Mat rauskommt. (Darauf sollte die Wahl aber nicht begrenzt sein ;) (steht sogar auf der Website von Wahl-O-Mat)).
      Mitglied der Liberal-Konservativen Allianz
      Mitglied der Republikaner