Ohrfeigen. Mit Gewalt zum Respekt?

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    • Ich störe die von Floskeln und leeren Phrasen gespickte Unterredung der selbsternannten "Herren" nur höchst ungern, würde dann doch ein paar Anmerkungen in den Raum werfen wollen.

      Sie trennen hier die Menschenwürde vom Respekt, stimmen alle eifrig zu, sagen jedoch nicht, in welchem Verhältnis die Menschenwürde zum Respekt steht. Dies wäre interessant zu erfahren. Insbesondere mit dem Blick auf den Respekt vor der Menschenwürde, welcher ja durchaus eine Beziehung beider zueinander impliziert. Ich halte es auch für nicht möglich, die Begriffe voneinander zu trennen. Wie sollen wir ethisch-moralisch zivilisiert miteinander leben können, wenn wir keine Anerkennung der Besonderheit des Menschen an sich, aufgrund seines Mensch seins haben? Ohne Respekt vor dem Menschen als Mensch wäre er nichts weiter als ein Lebewesen, welches wir ebenso gut in einen Stall sperren, mästen und schlachten könnten, wenn er uns finanziellen Gewinn bringt.

      Darüber hinaus sind "Würde" (wie im letzten Post von M.U.W.) und "Menschenwürde" zwei Paar Schuhe. Ich würde (die 3. Variante des Wortes) weiterhin auch nicht davon sprechen, dass man sich Respekt "verdient", denn dies wiederum beinhaltet eine "Pflicht zum Respekt" für alle. "Verdienen" hat etwas sehr positiv-objektivierendes an sich. Respekt kann man sich erarbeiten, und jeder kann selbst entscheiden, ob diese Arbeit für ihn/sie zu einem steigenden Respekt gegenüber dieser Person führt. Die einen haben großen Respekt vor Soldaten, andere vor Fußballtrainern.

      Weiterhin gilt es die Begriffe Respekt und respektieren voneinander zu trennen, sofern die Definition von "Respekt" eine solch enge wie im obigen Wiki-Zitat dargestellt, ist. "Respektieren" bedeutet mitunter auch akzeptieren. Wenn ich Gesetze respektiere, halte ich sie ein, ohne, dass ich ihnen eine besondere Wertschätzung entgegenbringen muss oder Respekt vor ihnen habe. Im weiteren Sinne von "Respekt" wäre im Übrigen auch der negativ-fürchtende Respekt zu thematisieren. Um es beispielhaft zu machen: Ich respektiere Wilhelm Weiß, habe aber weder positiven, noch negativen Respekt ihm gegenüber. Adorno hingegen bringe ich großen positiven Respekt entgegen, jedoch keinen negativen Respekt. Andersherum ist es dann bei Neonazis mit Stiernacken. Da überwiegt dann doch der negative Respekt aufgrund körperlicher Überlegenheit, welcher dann jedoch in keiner Form Anerkennung oder Wertschätzung beinhaltet. Ich finde es daher etwas einfach, Respekt in alter Bauarbeiter-Mentalität über Arbeit und Leistung allein zu definieren und auf dieser niedrigen Ebene zu bleiben, wenn doch die Spannweite des Themas Respekt so eine große ist.

      Noch dazu kam das Thema Gewalt und Respekt kaum zur Sprache. In meinen Absätzen oben wird es etwas aufgegriffen, jedoch sei gesagt, dass ich es für eben dieser Bauarbeiter-Mentalität entsprechend halte, wenn man meint, Respekt über Gewalt herstellen oder erzwingen zu können. Dass sich Jungs auf dem Schulhof mal kloppen, ist die eine Seite. Ich sehe es im Übrigen anders und erlebe es auch anders, was die Beurteilung solcher Raufereien angeht. Natürlich informiert die Schule die Eltern, jedoch führt dies nicht in jedem Fall zu einem großen Tohuwabohu in Schule und Familie. Sicherlich häufiger als früher, aber zu meinen, in einer Debatte um Respekt dies beklagen zu müssen und damit zu suggerieren, dass in solchen Raufereien Respektfragen ausgehandelt werden, halte ich für verfehlt. Ich glaube nicht, dass das Ergebnis einer solchen Rauferei eine positive Form von Respekt voreinander ist, aus welcher eine Beziehung mit gleichen Machtverhältnissen entsteht. Vielmehr ist das Resultat doch negativer Respekt auf der einen Seite und Abwertung auf der anderen Seite. Und wer meint, negativer Respekt sei besser als gar keiner, der sollte sich nochmals gründlich überlegen, ob er nicht mit sich selbst im Unreinen ist. Wie gesagt, bei Kindern ist solch eine Rauferei mal normal - wer aber im Erwachsenenalter noch die Macht der Gewalt benötigt um Respekt zu erhalten, der sollte sich vielleicht besser einer sinnvollen Tätigkeit widmen und die Hände von den Kindern, der Frau oder dem Mann lassen. Entgegen solchen Personen empfinde ich bestenfalls Abscheu, aber keinen Hauch des Respekts, egal welcher Art.


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Oscar Albert Wolters ()

    • Oscar Albert Wolters schrieb:

      Ich störe die von Floskeln und leeren Phrasen gespickte Unterredung der selbsternannten "Herren" nur höchst ungern, würde dann doch ein paar Anmerkungen in den Raum werfen wollen.

      Sie trennen hier die Menschenwürde vom Respekt, stimmen alle eifrig zu, sagen jedoch nicht, in welchem Verhältnis die Menschenwürde zum Respekt steht. Dies wäre interessant zu erfahren. Insbesondere mit dem Blick auf den Respekt vor der Menschenwürde, welcher ja durchaus eine Beziehung beider zueinander impliziert. Ich halte es auch für nicht möglich, die Begriffe voneinander zu trennen. Wie sollen wir ethisch-moralisch zivilisiert miteinander leben können, wenn wir keine Anerkennung der Besonderheit des Menschen an sich, aufgrund seines Mensch seins haben? Ohne Respekt vor dem Menschen als Mensch wäre er nichts weiter als ein Lebewesen, welches wir ebenso gut in einen Stall sperren, mästen und schlachten könnten, wenn er uns finanziellen Gewinn bringt.

      Für's Erste würde ich mal auf den Teil deiner Ansicht eingehen wollen.

      Ich sehe da eher unterschiedliche Definitionen zum Respekt. (Be-)Achtung der Menschenwürde ist die Formulierung aus dem Grundgesetz, vom Respekt davor steht das so nicht drin, ich verstehe aber deine Definition von Respekt diesbezüglich. Ich denke, dass der Empfänger von Respekt lediglich Subjekte sein können, seien es Lebewesen und Institutionen. Einzelnen Werten Respekt zuzuerkennen in Form einer Anerkennung, sprich einer Form des Lobes, halte ich dagegen für nicht möglich.
      Menschenwürde ist universell, jedem Menschen ist sie natur- oder, je nach Weltanschauung, gottgegeben und kann nicht aberkannt werden. Von dieser Menschenwürde sind auch die anderen Grundrechte wie die persönliche Selbstentfaltung etc. abgeleitet, sprich die grundlegende Art und Weise "Mensch zu sein" und die Bedürfnisse jedes Menschen entsprechend zu achten.
      Interessant, wenn ich nochmal auf den Begriff Anerkennung zurückkomme ist die Sache, von woher dieser Begriff kommt. Bedeutet Anerkennung lediglich anerkennen einer Sache sprich Akzeptanz oder ist sie mit Lob gefüllt, also einer subjektiven Bewertung des Einzelnen?
      Wir haben bislang in dieser Diskussion die Begriffsdefinition von Respekt als Form des lobenden Anerkennung für über die Normalmaße hinausgehende Leistung. Für dich ist, und das ist auch völlig legitim, eine andere Art Definition für den Begriff "Respekt" innewohnend.
      Da liegt auch der im Artikel verlinkte Grundkonflikt in meinen Augen: Welcher Respekt wird nun eingefordert? Allgemeine Grundrechte wie die persönliche Selbstentfaltung oder viel mehr Einfordern von lobender Anerkennung einer eigenen Leistung?
    • Ein interessantes Thema, weil ich aus dem Umfeld mittlerweile weiß, was auf manchen Schulen so abgeht. Ich vermute mal, dass wir alle nicht aus Problemvierteln kommen und auch keine Problemschulen besucht haben.

      Aber es gibt in jeder Stadt mehrere Schulen, auf denen Prügeleien fester Bestandteil jeder Pause sind. Und das sind keine Prügeleien wie wir sie aus unserer Schulzeit kennen. Da geht es dann darum, den anderen auszuknocken. Auf solchen Schulen sagen Lehrer gar nichts mehr, wenn ein Schüler direkt vor einem Hurensohn genannt wird. Das ist dort gar nichts im Vergleich zu anderen Vorkommnissen. Und ich rede hier von einer Grundschule übrigens.

      Diese Schilderungen bringen mich zum nachdenken. Weil mir wurde gesagt, dass man bei 2 bis 3 Leuten in der Klasse mit Sicherheit sagen kann, dass diese eine kriminelle Laufbahn einschlagen werden. Und die Lehrer kapitulieren quasi. In der vierten Klasse kann der Großteil der Schüler immer noch nicht den Satzanfang groß schreiben. Also das Niveau in den Klassen ist dort unterirrdisch schlecht.

      Wir kommen alle von integrativen oder anderen Wohlfühlschulen und sind dann aufs Gymnasium gegangen. Wir waren cool, wenn wir mal in der Pause gekifft haben oder mal einen Tag geschwänzt haben. Das ist nichts im Vergleich zu Problemschulen.

      Aber solche Problemschulen sind ein riesiges Problem. Ich rede jetzt nicht davon, dass der Lehrer wieder den Stock rausholen soll, sondern diese Schilderungen haben mich echt zum Überlegen gebracht, wie man diese Kinder auf den richtigen Pfad bringen kann und ihnen Disziplin beibringen kann, sodass diese ein erfolgreiches Leben führen können.

      Mir fällt da wenig ein, muss ich sagen. Aber es ist ein Problem, was wir nicht kenne, da wir alle nicht in Getthos groß geworden sind. Wir kommen wahrscheinlich alle aus bürgerlichen Gegenden und kennen solche Verhältnisse nicht, die Alltag in vielen Schulen in Deutschland sind.

      Wilhelm Weiß schrieb:

      Ich glaube, daß die physische Gewalt durch die psychische Gewalt abgelöst worden ist - heutzutage ist in der Hinsicht ja so gut wie alles verpönt. Jungs, die sich auf dem Schulhof prügeln sieht man gleich schräg an und jeder ist "entsetzt",
      Genau das meine ich :D Wir kommen von Schulen, wo Prügeleien vielleicht dreimal vorkamen?
      Es gibt Schulen, da wird sich in jeder Pause geprügelt. ^^
      Persönliche Angriffe sind die Argumente jener, der über keine Argumente mehr verfügen.
    • Sophie Bloomberg schrieb:

      Ein interessantes Thema, weil ich aus dem Umfeld mittlerweile weiß, was auf manchen Schulen so abgeht. Ich vermute mal, dass wir alle nicht aus Problemvierteln kommen und auch keine Problemschulen besucht haben.

      Aber es gibt in jeder Stadt mehrere Schulen, auf denen Prügeleien fester Bestandteil jeder Pause sind. Und das sind keine Prügeleien wie wir sie aus unserer Schulzeit kennen. Da geht es dann darum, den anderen auszuknocken. Auf solchen Schulen sagen Lehrer gar nichts mehr, wenn ein Schüler direkt vor einem Hurensohn genannt wird. Das ist dort gar nichts im Vergleich zu anderen Vorkommnissen. Und ich rede hier von einer Grundschule übrigens.

      Diese Schilderungen bringen mich zum nachdenken. Weil mir wurde gesagt, dass man bei 2 bis 3 Leuten in der Klasse mit Sicherheit sagen kann, dass diese eine kriminelle Laufbahn einschlagen werden. Und die Lehrer kapitulieren quasi. In der vierten Klasse kann der Großteil der Schüler immer noch nicht den Satzanfang groß schreiben. Also das Niveau in den Klassen ist dort unterirrdisch schlecht.

      Wir kommen alle von integrativen oder anderen Wohlfühlschulen und sind dann aufs Gymnasium gegangen. Wir waren cool, wenn wir mal in der Pause gekifft haben oder mal einen Tag geschwänzt haben. Das ist nichts im Vergleich zu Problemschulen.

      Aber solche Problemschulen sind ein riesiges Problem. Ich rede jetzt nicht davon, dass der Lehrer wieder den Stock rausholen soll, sondern diese Schilderungen haben mich echt zum Überlegen gebracht, wie man diese Kinder auf den richtigen Pfad bringen kann und ihnen Disziplin beibringen kann, sodass diese ein erfolgreiches Leben führen können.

      Mir fällt da wenig ein, muss ich sagen. Aber es ist ein Problem, was wir nicht kenne, da wir alle nicht in Getthos groß geworden sind. Wir kommen wahrscheinlich alle aus bürgerlichen Gegenden und kennen solche Verhältnisse nicht, die Alltag in vielen Schulen in Deutschland sind.

      Wilhelm Weiß schrieb:

      Ich glaube, daß die physische Gewalt durch die psychische Gewalt abgelöst worden ist - heutzutage ist in der Hinsicht ja so gut wie alles verpönt. Jungs, die sich auf dem Schulhof prügeln sieht man gleich schräg an und jeder ist "entsetzt",
      Genau das meine ich :D Wir kommen von Schulen, wo Prügeleien vielleicht dreimal vorkamen?Es gibt Schulen, da wird sich in jeder Pause geprügelt. ^^
      Klar, solche Schulen gibt es auch. Das wollte ich mit meinem Post nicht in Frage stellen. Es ist aber auch kein Normalzustand an allen Schulen. Mir geht es nicht darum, das Problem unsichtbar zu machen, sondern darum, es nicht zu übertreiben. Wie man mit solchen Kindern umgeht? Ich denke eine viel intensivere Betreuung und Auseinandersetzung mit den Kindern ist nötig. Oftmals sind es ja die Elternhäuser, die solche Kinder hervorbringen. Schule versteht sich heute ja immer weniger als Ort der aktiven Sozialisation. Es werden immer mehr "Wissensvermittlungsanstalten" - und wie Sie sagen, mancherorts offenbar mit wenig Erfolg. Wir sollten uns also mal fragen, ob es nicht viel sinnvoller wäre, sich mit diesen Kindern, insbesondere in der Grundschule, wo Kinder noch keine relativ fest geprägten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind, zu beschäftigen, ihnen Raum für Probleme, für ein sicheres Umfeld usw. zu machen.

      Ich kenne aus meinen Umfeld solche Schulen nun nicht, aber kenne auch eine relativ durchschnittliche Grundschule. Dort herrschen andere Probleme, aber dort finden die Lehrkräfte immer wieder mit Vertrauensbildung, Betreuungsstunden und -angeboten sowie einer engen Vernetzung mit pädagogischen Kräften den Weg zu den Kernen der Probleme und können so versuchen auch auf das Elternhaus einzuwirken - nicht immer mit Erfolg, aber wenn man die konkreten Probleme im Elternhaus kennt, kann man zumindest dort ansetzen. In Schulen wie von Ihnen beschrieben ist das sicherlich schwerer, aber dort müssen Pädagogen rein, Schulpsychologen, Geld und Zeit. Sonst können wir solche Schulen abschreiben...

      Ich glaube hingegen nicht, dass wir hier alle von Wohlfühlgymnasien oder integrativen Schulen kommen. Sicherlich wird hier keiner auf einer Grundschule wie von Ihnen beschrieben sein, aber zumindest kann ich für mich sprechen, dass ich weder aus einem klassischen bürgerlichen Umfeld komme, noch auf einem regulären Gymnasium war. Die Realschule und die weiteren Schulen waren alles andere als Wohlfühlschulen oder integrativ.


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.
    • Das Problem an sich sind nicht die Schulen - die haben auch keinen Erziehungsauftrag, sondern sie sollen Wissen vermitteln. Da sind die Eltern gefragt - wenn im Elternhaus allerdings nicht erzogen wird, und die Kinder nicht entsprechendes Rüstzeug von da mitbekommen, dann werden die Schulen zwangsläufig scheitern, denn sie können die elterliche Erziehung nicht substituieren, allerhöchstens ergänzen.

      Macht es was aus, wenn Kinder sich mal wemmsen? Nein, natürlich nicht - Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie wissen sich in solchen Situationen nicht anders zu helfen manchmal. Das muss man erstmal hinnehmen und ihnen erklären, warum das nicht der Weg zur Konfliktlösung ist.

      Ich glaube, das viele Eltern sich da auf die Schulen verlassen...und damit einen Fehler begehen. Erziehung ist nicht nur elterliches Recht, sondern auch elterliche Pflicht.
      Mitglied des Spielerrates a.D.
    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Das Problem an sich sind nicht die Schulen - die haben auch keinen Erziehungsauftrag, sondern sie sollen Wissen vermitteln. Da sind die Eltern gefragt - wenn im Elternhaus allerdings nicht erzogen wird, und die Kinder nicht entsprechendes Rüstzeug von da mitbekommen, dann werden die Schulen zwangsläufig scheitern, denn sie können die elterliche Erziehung nicht substituieren, allerhöchstens ergänzen.

      Macht es was aus, wenn Kinder sich mal wemmsen? Nein, natürlich nicht - Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie wissen sich in solchen Situationen nicht anders zu helfen manchmal. Das muss man erstmal hinnehmen und ihnen erklären, warum das nicht der Weg zur Konfliktlösung ist.

      Ich glaube, das viele Eltern sich da auf die Schulen verlassen...und damit einen Fehler begehen. Erziehung ist nicht nur elterliches Recht, sondern auch elterliche Pflicht.

      Wichtig ist doch, dass wenn die Fäuste mal geflogen sind, entweder danach alles in Ordnung ist oder man sich aus dem Weg geht. Das eigentliche Problem ist doch, wenn es immer weiter eskaliert, was ich in meinem Umfeld vor allem von weiblichen Personen kenne. Da kennt das Gift manchmal keine Grenzen. Für Unbeteiligte ein allzu unterhaltsames Schauspiel.
    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Das Problem an sich sind nicht die Schulen - die haben auch keinen Erziehungsauftrag, sondern sie sollen Wissen vermitteln. Da sind die Eltern gefragt - wenn im Elternhaus allerdings nicht erzogen wird, und die Kinder nicht entsprechendes Rüstzeug von da mitbekommen, dann werden die Schulen zwangsläufig scheitern, denn sie können die elterliche Erziehung nicht substituieren, allerhöchstens ergänzen.

      Macht es was aus, wenn Kinder sich mal wemmsen? Nein, natürlich nicht - Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie wissen sich in solchen Situationen nicht anders zu helfen manchmal. Das muss man erstmal hinnehmen und ihnen erklären, warum das nicht der Weg zur Konfliktlösung ist.

      Ich glaube, das viele Eltern sich da auf die Schulen verlassen...und damit einen Fehler begehen. Erziehung ist nicht nur elterliches Recht, sondern auch elterliche Pflicht.
      Ja, das Problem ist doch aber, dass es nicht wenige Elternhäuser gibt, wo das nicht in ausreichendem Maße funktioniert - aus unterschiedlichen Gründen. Entweder weil die Eltern es selbst nie anders gelernt haben, ihre Kinder selbst schlagen. Oder weil die Eltern solchen sozialen Problemen ausgesetzt sind, dass sie weder Zeit, noch Wissen und Ressourcen haben, ihre Kinder richtig zu erziehen. Das gleiche gilt ja für die Hilfe bei Schulaufgaben. Oder die Eltern sind einfach zu faul, den Kindern eine umfangreiche Erziehung zukommen zu lassen. Es ist hier ja nicht alles schwarz oder weiß. Ich kenne es aus sehr unmittelbarem Umfeld selbst, dass total nette Menschen mit ihren Kindern gut umgehen, aber sie weder die Motivation, noch das Wissen haben, ihre Kinder vernünftig zu erziehen, sie aufs Leben vorzubereiten usw. Dafür gibt es bei denen Gründe, die entweder im eigenen Elternhaus der Eltern liegen oder aber bei sozialen Problemen. Wenn ein Elternteil berufsbedingt von Mo bis Fr von 7 - 18 Uhr aus dem Hause ist, bleibt wenig Zeit. Wenn das zweite Elternteil auch noch arbeitet, noch weniger. Es gibt so viele zahlreiche und sehr unterschiedliche Gründe dafür, dass Kinder zu Hause nicht die notwendige Erziehung und Lebensvorbereitung erhalten, dass man nicht sagen kann: Die Schule hat keinen Erziehungsauftrag. Den hat sie, schon immer. Er ist nur immer mehr verloren gegangen. Das mag dir nicht gefallen, weil du Schulen offenbar ja auch für Orte linksgrünversiffter Kuschelpädagogik zu halten scheinst, allerdings ist es nun mal faktisch so. Früher hat man die Kinder ja nicht (nur) mit dem Rohrstocken verdroschen, weil sie etwas nicht wussten. Vom Rohrstock und so sind wir zum Glück weg, aber der Erziehungsauftrag ist in der Schule noch immer vorhanden und von enormer Bedeutung, weil nur so eben diese zahlreichen unterschiedlichen Bedingungen der Elternhäuser ausgeglichen werden können. Und wie du ja bei dem abgelehnten Kind mit den AfD-Eltern richtig sagtest: Man darf nicht für seine Eltern in Sippenhaft genommen werden. Wenn das Kind also zu Hause, um mal einen weniger mischtonartigen Fall zu nehmen, zu Hause keinerlei vernünftige Erziehung erhält und bspw. nicht vermittelt wird, weshalb Prügeln nicht der passabelste Weg der Konfliktklärung ist, MUSS die Schule dort eingreifen - es ist das Recht des Kindes. Sonst sorgen wir dafür, dass Kinder langfristig für das Versagen der Eltern in Verantwortung gezogen werden, weil sie natürlich im weiteren Lebensweg andere Hürden zu nehmen haben, als jene, die aus besten Elternhäusern mit toller Erziehung gekommen sind.


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.
    • Es kommt darauf an, was Respekt jetzt konkret heißt. Im Bezug darauf, dass man Menschen für besondere Errungenschaften respektiert, stimmt das natürlich. Wenn man nix geschafft hat, gibt es auch keinen Respekt, ist ja logisch,

      Spricht man auf der anderen Seite davon, dass man respktvoll mit anderen Menschen sprechen soll, ist es natürlich so, dass man das zunächst bei allen so machen sollte, unabhängig davon, wer derjenige ist.
    • Oscar Albert Wolters schrieb:

      Das mag dir nicht gefallen, weil du Schulen offenbar ja auch für Orte linksgrünversiffter Kuschelpädagogik zu halten scheinst, allerdings ist es nun mal faktisch so.
      Absoluter Quatsch - Du phantasierst Dir da mal wieder was zusammen. Meine Meinung über Schulen ist nirgends angeklungen. Ich weiß nicht, an welchen idiotischen Wahnvorstellungen Du leidest, aber vielleicht solltest Du Deine blühende Phantasie ein wenig zurücknehmen, könnte dazu führen, daß man ggf. mit Dir auch anders umgeht. Unterstell den Leuten doch nicht immer so einen hanebüchenen Unfug.

      Es gibt kein Handbuch für Eltern - das hat es noch nie gegeben und das wird es nie geben. Man kann über seine eigene Erziehung hinaus wachsen - täte ich es nicht, würden meine Kinder ebenso mit der Dachlatte erzogen wie ich - und genau das tue ich nicht. Natürlich ist es sehr schwer, wenn man voll berufstätig ist und ggf. sogar Alleinerziehend, ich weiß wovon ich rede. Dennoch - wer Kinder hat muss sich selber hinten anstellen, daß ist nun einmal so und jeder, der sich für ein Kind entscheidet muss das akzeptieren, sonst funktioniert das nicht.

      Nein, die Schulen haben keinen Erziehungsauftrag - den haben zu aller erst die Eltern, denen sowohl Sorgerecht als auch Sorgepflicht obliegen. Die Schulen können die elterliche Erziehung nicht substitutieren. Die Schule formt die Kinder nicht zu Charakteren, sondern vermittelt in aller erster Linie Wissen - und zwar nachprüfbares Faktenwissen. Erzieherische Werte kommen dabei höchstens in einer Nebenrolle her als Unterstützung für die Eltern - mehr nicht. Schulen vermitteln keinen engeren Kompass wie es das Elternhaus tut bzw. tun sollte.

      Natürlich muss der Aufsichtslehrer eingreifen, wenn Kinder sich prügeln, er weißt sie auch zurecht, aber das war es dann auch. Die Schulen können die Erziehung von Millionen von Kindern gar nicht leisten, wie auch? Der Staat greift mit der Schulpflicht da ein, wo Eltern alleine nicht für ihr Kind einstehen können - bei der Bildung - das ist richtig und wichtig, denn keiner von uns, kann einem Kind die entsprechend umfangreiche Bildung vermitteln, die es in der Schule erhält.

      Der Rest ist Elternsache - Recht & Pflicht.
      Mitglied des Spielerrates a.D.

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