Townhall Meeting mit Simon von Zerminig und Paul von Habeck in Zwickau

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    • Prof. Dr. Daniel Zahl schrieb:

      Wenn man alles so auf die Goldwaage legt: Ist es nicht Beeinflussung, dass die zuletzt stärkste Partei im RL immer ganz oben steht? Da fällt der erste Blick der Abstimmenden nämlich zuerst drauf.
      Im Prinzip ja, aber anders geht es halt nicht. Deswegen hat man sich dafür entschieden, dass man die stärkste Partei der vorangegangen Wahl ganz oben und dann die nächste...usw. platziert. Aber es stimmt, dass Parteien ganz unten auf Wahlzettel natürlich einen Nachteil haben.

      Man hat sich halt für eine objektive Regelung entschieden, welche diese Problematik möglichst reduziert.
      Persönliche Angriffe sind die Argumente jener, der über keine Argumente mehr verfügen.
    • Bei Studien ist das übrigens die größte Schwierigkeit Verzerrungen zu vermeiden.
      Es gibt Teilnehmer, die eher dazu tendieren Ja zu antworten (Ja-Sage-Tendenz).
      Bei Skalenfragen gibt es Teilnehmer, die eher Werte in der Mitte ankreuzen und es gibt Teilnehmer, die eher Extrema ankreuzen (Mitte-Tendenz und Extrema-Tendenz).

      Ein Umfrage mit dem Anspruch, möglichst objektive Ergebnisse zu liefern muss solche Verzerrungen herausfiltern. Dafür gibt es verschiedene Mittel, beispielsweise Filterfragen und Kontrollfragen.

      Man kann z.B, ähnliche Fragen stellen mit unterschiedlicher Antwortreihung. Antwortet der Teilnehmer auf eine ähnliche Frage sehr unterschiedlich, sind das Hinweise auf Verzerrungen wie Tendenzen, nicht ernsthafte Beantwortung etc.

      Auch die Befragungsart hat einen Einfluss. Telefonumfragen liefern andere Antworten, als Umfragen mit persönlichem Interview.
      Wird eine Umfrage zu lang, stellen sich ggf. Ermüdungseffekte ein, die Ja-Sage-Tendenze, Mitte-Tendezen etc. nochmal verstärken können.

      Eine weibliche Interviewerin, die männliche Probanden zum beruflichen Erfolg oder Sexualverhalten befragt, bekommt mit Sicherheit nicht genau die gleichen Antworten, wie wenn der Interviewer männlich ist.

      An solchen Beispielen erkennt man, dass wirklich Kleinigkeiten beim Menschen schon andere Antworten liefern.

      Beim Wahlzettel gibt es nicht die Möglichkeit Verzerrungen herauszufiltern. Man kann nur dafür sorgen, dass der Wahlzettel neutral ist und damit den Wähler nicht auch nur im geringstem Maße in seiner freien Entscheidung beeinflusst.
      Persönliche Angriffe sind die Argumente jener, der über keine Argumente mehr verfügen.
    • Paul von Habeck schrieb:

      Ich spreche über eines der wohl kontroversesten Lebensmittel – Fleisch. Nun haben wir Grünen natürlich den ehrbaren Ruf der Fleischhasser-Partei, doch so einfach ist es nicht. Klar ist, dass wir unseren Fleischkonsum einschränken sollten, nicht nur weil es Tier und Klima hilft, auch für unsere eigene Gesundheit. 500 g Fleisch sollte man maximal pro Woche essen.
      Tatsächlich halte ich die Verschwendung von Lebensmitteln für das weitaus größere Problem. Haben Sie ideen, wie Sie dem beikommen wollen?

      Simon von Zerminig schrieb:

      Das Problem ist nur: In Amerika hat die Umweltbehörde kontrolliert und festgestellt, dass beim Diesel betrogen wurde
      Tatsächlich gab es keinen Betrug, nur einen Skandal. Die Vorschrift besagte eindeutig, dass im Messverfahren die Messwerte eingehalten werden müssen. Über außerhalb des Messverfahrens waren keine Angaben gemacht worden. Ein Vergleich: In einer Klausur werden Definitionen Verlangt und Sie geben sie auswendig gelernt wieder. Sie haben sie nur wörtlich auswendig gelernt und nicht verstanden. Ist es jetzt betrug, dass sie die Definitionen nicht anwenden / interpretieren können? Aus meiner Sicht nicht. Wenn das Ziel der Prüfung die Anwendung - und die Prüfung nicht adäquat, kann man den Skandal mit einem Betrug gleichsetzen, auch wenn es keiner war. Aus dem Grund werden jetzt ja auch die Messverfahren weiterentwickelt (und echte Strecken zur Messung abgefahren).