Todesfall im Umfeld

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    • Vorab: Jeder Mensch darf trauern - die Gründe dafür sind privat und individuell und es ist egal wie nahe oder fern ein Mensch Dir stand - wenn Du Trauer empfindest, dann ist daß in Ordnung. Es ist auch in Ordnung, wenn Du aus dem Todesfall eines Menschen Rückschlüsse auf Dich selber ziehst oder daraus Fragen aufgeworfen werden für Dich, zu deren Beantwortung Du das Gespräch mit Deinen Freunden und Deiner Familie suchst - das ist wirklich normal in meinen Augen und kein Zeichen von Egoismus. Man will und muss darüber reden und häufig ist es der beste Weg mit der Trauer oder dem Verlust "fertig" zu werden.

      Grundsätzlich ist es immer schwierig einen bekannten Menschen zu verlieren - wir sind nun einmal Gewohnheitstiere und wir richten uns damit ein, daß ein bestimmter Mensch um uns herum ist - ob er nun physisch anwesend ist oder nicht ist dabei auch gleichgültig - es genügt das Wissen, daß dieser Mensch da ist.
      Wenn dieser Mensch stirbt, dann ist das für uns natürlich ein Verlust, weil eben diese Gewohnheit des Wissens um die Existenz dieses Menschen nicht mehr da ist - wir empfinden daher eine Lücke, die uns nachdenklich macht, die uns ggf. auch traurig macht, was dann wieder den Kreis zu meinem ersten Satz schließt.

      Aber: Ein Mensch ist nicht einfach weg - er lebt weiter in unseren Erinnerungen - das wahre Vermächtnis eines Menschen sind nicht sein Geld, seine Pretiosen oder seine Häuser sondern die Erinnerungen, die er in uns hinterlassen hat und die Einflüsse, die er auf uns hatte, denn wir geben diese auch weiter.

      Wenn Du Dir Sorgen machst, daß Menschen nicht Dein wahres Ich sehen könnten, dann schreibe diese doch für Dich einfach auf - bringe "Dich" zu Papier - so gibst Du anderen Menschen die Gelegenheit Dich zu erkennen auch wenn Du nicht mehr da wärst (Was hoffentlich erst in 60+X Jahren der Fall ist)

      Sein wahres "Ich" gibt glaube ich, zu Lebzeiten, niemand wirklich preis - gegenüber niemandem.

      Ich kann leider nicht nachvollziehen, wie es jemandem geht, der an Depressionen leidet, da ich selbst nicht daran leide - sei Dir jedoch sicher darüber, daß es in Deinem Umfeld Menschen gibt, die Dich so schätzen wie Du bist und sich einfach daran freuen, daß es Dich gibt. Natürlich hast Du eine Zukunft (knuff).
      Mitglied des Spielerrates a.D.
    • Sophie Bloomberg schrieb:

      Ich find deinen Beitrag auch sehr interessant. Ich hatte selbst einmal eine Phase, in der ich der Überzeugung war, dass ich nicht älter werde als 18 Jahre. Und irgendwann war ich dann 18 Jahre alt. Bei mir war es kein Erstaunen darüber, dass ich 18 geworden bin, sondern eher eine Erkenntnis, dass das Leben nicht immer die schlimmste Wendung nimmt, mit der man persönlich rechnet.
      Also ich finde es extrem interessant, dass du etwas ähnliches erlebt hast.
      Ich wäre gerne noch mal 18 Jahre alt - oder wenigstens 28. Scherz beiseite - das finde ich insofern interessant, daß ich diese Gefühle nie hatte, mir jedoch in der Rückschau 38 wahnsinnig alt vorkam mit 18 - und die 20 Jahre waren wie im "Handumdrehen" vorbei.

      Sobald die 50 näher als die 20 ist, glaube ich, daß man sich intensiver mit diesen Fragen beschäftigt - wobei ich hier nochmal einschränken muss - "Nutze den Tag" kann auch heißen "Genieße den Tag" - denn, wenn man ihn für etwas Sinnvolles nutzt, dann hat man ihn doch auch genossen, oder ;)?
      Mitglied des Spielerrates a.D.
    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Sophie Bloomberg schrieb:

      Ich find deinen Beitrag auch sehr interessant. Ich hatte selbst einmal eine Phase, in der ich der Überzeugung war, dass ich nicht älter werde als 18 Jahre. Und irgendwann war ich dann 18 Jahre alt. Bei mir war es kein Erstaunen darüber, dass ich 18 geworden bin, sondern eher eine Erkenntnis, dass das Leben nicht immer die schlimmste Wendung nimmt, mit der man persönlich rechnet.
      Also ich finde es extrem interessant, dass du etwas ähnliches erlebt hast.
      Ich wäre gerne noch mal 18 Jahre alt - oder wenigstens 28. Scherz beiseite - das finde ich insofern interessant, daß ich diese Gefühle nie hatte, mir jedoch in der Rückschau 38 wahnsinnig alt vorkam mit 18 - und die 20 Jahre waren wie im "Handumdrehen" vorbei.
      Sobald die 50 näher als die 20 ist, glaube ich, daß man sich intensiver mit diesen Fragen beschäftigt - wobei ich hier nochmal einschränken muss - "Nutze den Tag" kann auch heißen "Genieße den Tag" - denn, wenn man ihn für etwas Sinnvolles nutzt, dann hat man ihn doch auch genossen, oder ;)?
      Zu letzteres gebe ich dir vollkommen Recht. Den Tag zu genießen ist wichtig - und sehr subjektiv in der Art des Genusses.

      Wichtig finde ich dabei jedoch auch, sich selbst bewusst zu machen, dass das eigene Genießen immer auch Auswirkungen haben kann. Ich will damit sagen, dass ein absoluter Hedonismus, und das bezieht sich nun weniger auf die Aussagen von dir, Wilhelm, als viel mehr allgemein auf das Thema, auch negative Auswirkungen auf andere haben kann und jedes Individuum trotz "Carpe Diem" - wie auch immer subjektiv interpretiert und gelebt - die Gefahr mit sich bringt, die Auswirkungen des eigenen Handelns aufgrund der positiven Wirkung für einen Selbst nicht zu hinterfragen. Wer aber meint, er genießt sein Leben nur dann, wenn er regelmäßig shoppen geht und durch die Welt fliegt, sollte sich dabei auch Gedanken darüber machen, welche Folgen es haben kann. Denn wenn wir über den Tod nachdenken und darüber, dass wir unser Leben genießen wollen und sollten, müssen wir bedenken, dass dies vielen Milliarden Menschen ganz genauso geht.


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.
    • Oscar Albert Wolters schrieb:

      Zu letzteres gebe ich dir vollkommen Recht. Den Tag zu genießen ist wichtig - und sehr subjektiv in der Art des Genusses.
      Wichtig finde ich dabei jedoch auch, sich selbst bewusst zu machen, dass das eigene Genießen immer auch Auswirkungen haben kann. Ich will damit sagen, dass ein absoluter Hedonismus, und das bezieht sich nun weniger auf die Aussagen von dir, Wilhelm, als viel mehr allgemein auf das Thema, auch negative Auswirkungen auf andere haben kann und jedes Individuum trotz "Carpe Diem" - wie auch immer subjektiv interpretiert und gelebt - die Gefahr mit sich bringt, die Auswirkungen des eigenen Handelns aufgrund der positiven Wirkung für einen Selbst nicht zu hinterfragen. Wer aber meint, er genießt sein Leben nur dann, wenn er regelmäßig shoppen geht und durch die Welt fliegt, sollte sich dabei auch Gedanken darüber machen, welche Folgen es haben kann. Denn wenn wir über den Tod nachdenken und darüber, dass wir unser Leben genießen wollen und sollten, müssen wir bedenken, dass dies vielen Milliarden Menschen ganz genauso geht.
      Natürlich sollte man sich nicht dem absoluten Hedonismus hingeben - wobei auch die Frage was Hedonismus ist jeder ganz anders beantworten kann - vielleicht auch ungewöhnlich.
      Ein kleines Beispiel aus meiner Sicht - für mich ist absolute Entspannung und Spaß´dann gegeben, wenn ich in an meinem Garten arbeite - da will ich meine Ruhe, da darf mich niemand stören, da will ich für einen Tag mal alle Sorgen fahren lassen und mich der Stille meines Refugiums hingeben - kein Telefon, kein Internet, nur eine Kanne Kaffee, eine Flasche Cola und ich - für mich ist das höchste Lebensqualität, wenn ich Rosen setze, Bäume beschneide, neu anpflanze etc - absoluter Genuss in jeder Hinsicht. Gleiches gilt, wenn ich mich im Winter meinen Modellbauprojekten hingebe - absolute Ruhe und absoluter Genuss, weil ich da für mich alleine bin und mit niemandem reden muss.


      Nutze / Genieße den Tag kann auch heißen Genieße mal einen Tag nur für Dich allein, wenn es Dir gut tut - denn in der Regel nutzen wir alle die Tage zu Dingen, die wichtig sind. Oder genieße auch den Tag mit der Familie in einem Freizeitpark bspw. - Dinge die man nicht alltäglich machen kann.

      Ich weiß worauf Du hinaus willst - und nein, ich beziehe das auch nicht auf mich - das wäre mir zu "oberflächlich", aber ich mag es auch niemandem missgönnen, wenn er das so machen möchte
      Mitglied des Spielerrates a.D.
    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Oscar Albert Wolters schrieb:

      Zu letzteres gebe ich dir vollkommen Recht. Den Tag zu genießen ist wichtig - und sehr subjektiv in der Art des Genusses.
      Wichtig finde ich dabei jedoch auch, sich selbst bewusst zu machen, dass das eigene Genießen immer auch Auswirkungen haben kann. Ich will damit sagen, dass ein absoluter Hedonismus, und das bezieht sich nun weniger auf die Aussagen von dir, Wilhelm, als viel mehr allgemein auf das Thema, auch negative Auswirkungen auf andere haben kann und jedes Individuum trotz "Carpe Diem" - wie auch immer subjektiv interpretiert und gelebt - die Gefahr mit sich bringt, die Auswirkungen des eigenen Handelns aufgrund der positiven Wirkung für einen Selbst nicht zu hinterfragen. Wer aber meint, er genießt sein Leben nur dann, wenn er regelmäßig shoppen geht und durch die Welt fliegt, sollte sich dabei auch Gedanken darüber machen, welche Folgen es haben kann. Denn wenn wir über den Tod nachdenken und darüber, dass wir unser Leben genießen wollen und sollten, müssen wir bedenken, dass dies vielen Milliarden Menschen ganz genauso geht.
      Natürlich sollte man sich nicht dem absoluten Hedonismus hingeben - wobei auch die Frage was Hedonismus ist jeder ganz anders beantworten kann - vielleicht auch ungewöhnlich.Ein kleines Beispiel aus meiner Sicht - für mich ist absolute Entspannung und Spaß´dann gegeben, wenn ich in an meinem Garten arbeite - da will ich meine Ruhe, da darf mich niemand stören, da will ich für einen Tag mal alle Sorgen fahren lassen und mich der Stille meines Refugiums hingeben - kein Telefon, kein Internet, nur eine Kanne Kaffee, eine Flasche Cola und ich - für mich ist das höchste Lebensqualität, wenn ich Rosen setze, Bäume beschneide, neu anpflanze etc - absoluter Genuss in jeder Hinsicht. Gleiches gilt, wenn ich mich im Winter meinen Modellbauprojekten hingebe - absolute Ruhe und absoluter Genuss, weil ich da für mich alleine bin und mit niemandem reden muss.


      Nutze / Genieße den Tag kann auch heißen Genieße mal einen Tag nur für Dich allein, wenn es Dir gut tut - denn in der Regel nutzen wir alle die Tage zu Dingen, die wichtig sind. Oder genieße auch den Tag mit der Familie in einem Freizeitpark bspw. - Dinge die man nicht alltäglich machen kann.
      Ich kann dir absolut zustimmen und sehr gut verstehen, dass das, was du beschreibst, für dich der absolute Genuss ist. Bei mir gibt es zwei Dinge, die mir absolute Entspannung, eine vollkommene Auszeit ermöglichen. Das ist Zeit am Strand, alleine, unabhöngig des Wetters. Ob Regen und Sturm oder Sonne und leichter Wind. Am Strand zu sein und nicht Massen anderer um sich zu haben, allein für sich zu sein, ist ein Moment, in dem ich so sehr bei mir bin, wie sonst kaum anderswo - nur eben noch im Stadion, wo es das gesamte Gegenteil ist. Laut, voll, absolut nichts für sich - dort verliert man sich aber so sehr, dass es ein Gefühl der absoluten Auszeit ist. Beides, so gegensätzlich es ist, gibt mir etwas, was nichts anderes auf dieser Welt kann.

      Was ich jedoch nicht verstehen kann, sind Menschen, die ihr Lebensglück und ihre innere Befriedigung über blanken Konsum erlangen. Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass eine so monetäre Sache der Quell des größten individuellen Glücks sein kann. Wie auch immer, wir entfernen uns vom eigentlichen Thema - und in Anbetracht dessen, dass ich nun ohnehin nur noch mehr labern würde, beende ich den Beitrag hier :D


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.
    • Ich danke euch allen für eure lieben und respektvollen Worte :) Es tat echt gut, einiges davon zu lesen ^^ Ich geh evtl später, wenn ich etwas mehr Zeit habe, auf die ein oder andere Sache, die ihr geschrieben habt, noch mal ein :)

      jedenfalls, Danke!
      Geisteskrank und Spaß dabei

      "Ich befinde mich am Rande zum Wahnsinn. Genauer gesagt, auf der schmalen Line zwischen Wahnsinn und Panik. Gleich um die Ecke von Todesangst, nicht weit weg von Irrwitz und Idiotie. Also nur, falls ihr mich suchen solltet."
      (Bernd D. Brot, dt. Philosoph)
    • Wallace Wells schrieb:

      Ich danke euch allen für eure lieben und respektvollen Worte :) Es tat echt gut, einiges davon zu lesen ^^ Ich geh evtl später, wenn ich etwas mehr Zeit habe, auf die ein oder andere Sache, die ihr geschrieben habt, noch mal ein :)

      jedenfalls, Danke!
      Du siehst daraus aber ganz klar eine Sache:

      Du bist niemals allein, auch wenn es Momente gibt, in denen du dich so fühlst! Es gibt immer Memschen, die für einen da sind! Das finde ich ein sehr beruhigendes Gefühl!
    • Um noch meinen Senf dazuzugeben, da ich grundsätzlich immer das letzte Wort habe:

      Zuallererst, meinen Respekt für deine Offenheit, Wallace. Bevor ich jetzt das wiederhole was eh alle anderen vor mir schon gesagt haben, möchte ich aber kurz was anderes erzählen.
      Ich selbst habe erst zweimal wirklich eine solche Erfahrung gehabt. Vor 6 Jahren ist meine Volksschullehrerin gestorben. Krebs. Es wäre falsch zu sagen, dass wir ein extrem inniges Verhältnis hatten, aber irgendwie hat sie den Grundstein für alles gelegt was in meiner weiteren schulischen Karriere passiert ist. Darüber könnte ich jetzt seitenweise schreiben, wichtig ist nur, dass mich diese Nachricht extrem mitgenommen hat. Vor 4 Jahren ist mein Großvater gestorben. Das war der zweite Todesfall. Um ihn habe ich aus irgendeinem Grund nicht so sehr getrauert wie um meine ehemalige Lehrerin. Nicht, dass wir kein gutes Verhältnis hatten, im Gegenteil. Aber wir hatten kaum Kontakt und es war irgendwie nichts besonderes.
      Du hast gesagt, dass du um deinen Kollegen trauerst, obwohl du ihn kaum kanntest. Worauf ich hinaus möchte ist, dass Trauer wie alle anderen Gefühle nichts logisches ist.
      Bei mir selbst beobachte ich etwas sehr interessantes, wenn etwas schlimmes passiert, also zB bei einem Todesfall. In so einem Fall suche ich irgendwo Halt, ich suche einen Grund und ich suche vermutlich auch eine Beruhigung. Ich bin kein religiöser Mensch. Überhaupt nicht. Ich denke sehr wissenschaftlich. Aber in solchen Momenten beginne ich mir über alles Gedanken zu machen, zu beten und will irgendwie an Gott glauben.
      Was ich sagen will, ist dass du natürlich ein Recht hast zu trauern. Jeder trauert auf seine eigene Weise.

      Das hab ich mir jetzt einfach von der Seele geschrieben, ich bitte um Nachsicht falls es chaotisch wirkt ^^