Staatsminister Diedrich erklärt sein neues Jugendamt-Umstrukturierungsgesetz

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    • Staatsminister Diedrich erklärt sein neues Jugendamt-Umstrukturierungsgesetz

      Tritt zu seiner ersten Rede an das Rednerpult und vor die Kameras


      Trinkt einen Schluck Wasser und schaut sich um





      Meine lieben Mitbürger,


      werte Vertreter der Presse,


      Ich möchte sie heute zu dieser späten Stunde noch einmal herzlich Willkommen heißen zu meiner ersten Rede als neuer Staatsminister für Familie, Jugend und Sport und Ihnen für Ihr kommen danken . Lassen sie uns nun deshalb direkt in das Thema einsteigen.

      Zu oft ist es schon in unserer Zeit vorgekommen, und das sage ich nicht nur aus persönlichen Erfahrungen, dass das Jugendamt nicht effizient genug arbeitet. Dabei möchte ich im Folgenden explizit hervorheben, dass ich keine einzige Mitarbeiterin und keinen einzigen Mitarbeiter für seine Arbeit kritisieren möchte. Das einzige, was ich anspreche und negativ hervorheben möchte, sind die veralteten Strukturen, welche nach wie vor Anwendung finden und die Arbeit deutlich verlangsamen. Auch wenn dieses Gesetz und Maßnahmenpaket nicht auf Anhieb alles lösen wird, so wird es doch die Umstände deutlich verbessern.


      Vor kurzem wurde meinem Ministerium ein Vorfall mitgeteilt, welchen ich sehr gerne schildern möchte. Mehrere Male musste das Kind einer alleinerziehenden Mutter eine Schulbescheinigung besorgen. Das klingt als Erstes nach nichts Außergewöhnlichem. Hebt man jedoch hervor, dass es bereits die dritte in diesem Jahr ist, die die Familie an das Jugendamt weiterreichen musste, so nimmt dieser Fall eine neue Wendung an. Wie kann es sein, dass ein Staatsministerium im Jahr 2018 und im Zeitalter der Digitalisierung nichtdie Möglichkeit hat, sich untereinander bei solchen Dokumenten auszutauschen? Warum gibt es dafür keine Datenbank, auf welche alle Mitarbeiter Zugriff haben? Warum herrscht in einem Staatsministerium so eine mangelnde Kommunikation und Abstimmung? Dies muss sich ändern! Deshalb plant das Staatsministerium für Familie, Jugend und Sport in dieser Legislaturperiode und mit diesem Gesetzesentwurf das Schaffen einer großen Datenbank, in der Dokumente wie eben eine Schulbescheinigung, aber auch andere Dokumente, gespeichert werden können. So kann jeder Sachbearbeiter auf diese Dokumente zugreifen, auch wenn es für jede Familie lediglich einen Sachbearbeiter geben sollte. Dies spart zum einen Aufwand, aber vor allem Zeit. Und diese nun freiwerdende Zeit können die Mitarbeiter zum Bearbeiten von anderen wichtigen Sachen verwenden. Dies sorgt dann auch für eine Einsparung der Ressourcen.


      Als Minister für Familie, Jugend und Sport liegt mir natürlich auch sehr das Kindeswohl am Herzen. Bei bereits auffällig gewordenen Familien gibt es den sogenannten Überraschungsbesuch. Der Sinn davon sollte es sein, die Familie in einem Zustand des alltäglichen Zusammenlebens zu finden. Sodass die Familie sich so zeigt, wie sie wirklich ist, ohne die Möglichkeit vorher zu bekommen, etwas vorzubereiten oder umzustrukturieren, auch wenn dies möglicherweise das Zeigen von negativen Eigenschaften bedeutet. Überraschungsbesuche sollten dementsprechend auch Überraschungsbesuche sein. Sie sollten weder vorher telefonisch vereinbart, noch in Briefform mitgeteilt werden, so wie es in der Vergangenheit schon des Öfteren vorgekommen ist. Auch wenn dies bedeuten würde, dass die Mitarbeiter des Jugendamtes die Familie vielleicht nicht immer gleich beim ersten Mal antreffen werden und jemand behaupten könnte, dass dies eine ineffiziente Herangehensweise ist, so muss dennoch hervorgehoben werden, dass es im Nachhinein eine hohe Anzahl von daraus resultierender Arbeit abnehmen wird.


      Der nächste Punkt soll sich um die Kinder- und Jugendhilfe drehen und baut auf die zuvor verbesserte Datenbank auf. Die Kinder- und Jugendhilfe wird in zwei Bereiche gegliedert. Zum Einen sind das die öffentlichen Träger, also das Jugendamt, und zum Anderen die freien Träger, welche durch Jugend- und Wohlfahrtsverbände repräsentiert werden. Dabei sollte es das Ziel sein, die öffentlichen Träger des Staatsministeriums für Familie, Jugend und Sport zu stärken. Dies hat nichts damit zu tun, dass sich das Staatsministerium mehr Daten und Wissen besorgen möchte, ganz im Gegenteil. Aber wenn die Pädagogen der Kinder- und Jugendhilfe im Jugendamt gestärkt und gefördert werden, so wird das Jugendamt wieder ein Stück weit effizienter gestaltet. Zum Einen würde sich alles an einem Ort befinden, was vor allem für die Familien ein Vorteil ist, da sie damit nur einen Weg zum zuständigen Amt gehen müssten und nicht noch mehrere Orte aufsuchen müssen, ohne sich sicher zu sein, ob sie da Gehör und Hilfe finden. Die Absprache und Zusammenarbeit zwischen Familien und Jugendamt würde sich verbessern. Desweiteren würde sich damit nicht nur die Situation der Pädagogen verbessern, sondern auch der Kinder, da sie besser betreut werden könnten. In unserem Bundesland herrscht ein Mangel an diesen Fachleuten. Mit der neuen Umstrukturierung wären sie in der Lage, mehr Kinder zu betreuen und mehr Termine wahrzunehmen. Das ist für beide Seiten ein Vorteil. In der neu angelegten, verbesserten Datenbank werden dann auch die Ergebnisse der Betreuung der Kinder gespeichert, so dass ein Sachbearbeiter des Jugendamtes gleichzeitig Zugriff darauf hat. Sollte die Familie jedoch dennoch gerne eher zu einem freien Träger gehen, so ist das ihr gutes Recht. Diese freien Institutionen sollten dann eingeschränkten Zugriff auf die neue Datenbank kriegen. Sie sollen zwar Daten zu ihrem Fall hochladen können, jedoch nicht auf andere Daten oder gar Akten zugreifen können. So bleibt auch der Datenschutz gewährleistet.


      Ich danke Ihnen alle für ihre Aufmerksamkeit und nochmals für Ihr spätes Kommen. Da ich Ihnen ja sowieso schon den Abend geraubt habe und der Weihnachtsmarkt bereits geschlossen haben dürfte, können sie mir nun gerne Fragen zu dem Gesetz stellen oder gerne auch Fragen an mich, da ich ja politisch noch sehr neu bin und dementsprechend ein unbeschriebenes Blatt.


      Lächelt in die Kameras und ist sichtlich erleichtert
    • Neu

      Max Wein schrieb:

      warum nur für jugendamt und nicht gleich eine bürgerdatenbank?

      Wer soll wenn betreuen wenn die bei den eltern sind?
      Wir wollen nicht alles über unsere Bürger wissen. Wir wollen nur das den MItarbeitern des Jugendamtes zugänglich machen, was sie zu der Bearbeitung eines Falls wissen.

      Und bei ihrer zweiten Frage kann ich ihnen leider nicht ganz Folgen. Bei Gesprächen in öffentlichen oder freien Trägern werden die KInder von Pädagogen oder Psychologen betreut. Es gibt Gespräche mit den Eltern und dem Kind zusammen, aber natürlich auch Gespräche mit dem Kind allein. Ich hoffe das beantwortet ihre Frage.
    • Neu

      Benjamin Diedrich schrieb:

      Max Wein schrieb:

      warum nur für jugendamt und nicht gleich eine bürgerdatenbank?

      Wer soll wenn betreuen wenn die bei den eltern sind?
      Wir wollen nicht alles über unsere Bürger wissen. Wir wollen nur das den MItarbeitern des Jugendamtes zugänglich machen, was sie zu der Bearbeitung eines Falls wissen.
      Und bei ihrer zweiten Frage kann ich ihnen leider nicht ganz Folgen. Bei Gesprächen in öffentlichen oder freien Trägern werden die KInder von Pädagogen oder Psychologen betreut. Es gibt Gespräche mit den Eltern und dem Kind zusammen, aber natürlich auch Gespräche mit dem Kind allein. Ich hoffe das beantwortet ihre Frage.
      warum den? Wäre besser wenn alle in einer Datenbank sind, zur besseren Kommunikation zwischen den ämtern.
      Sonst wäre es ja eine Überwachung der kinder.

      Warum sollten das eltern machen?
      zur info ich hab LRS.
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      Max Wein schrieb:

      warum den? Wäre besser wenn alle in einer Datenbank sind, zur besseren Kommunikation zwischen den ämtern.Sonst wäre es ja eine Überwachung der kinder.

      Warum sollten das eltern machen?
      Warum überwachen wir dabei die Kinder? Wir speichern lediglich das in einer Datenbank für eine gewisse Zeitspanne, was uns bei der Bearbeitung eines Falls hilft. Ich kann hier lediglich für mein Ministerium sprechen. Wir, als Vertreter des Staates, wollen nicht alles über Sie wissen. Und sie, als Bürger, wollen nicht, dass der Staat alles über sie weiß. Und ich bin mir sicher, sie sehen das genauso.

      Eltern, die mit ihren Kindern die Kinder- und Jugendhilfe aufsuchen oder Kinder, welche selbststänig zu unseren Einrichtungen gehen, die machen das, weil sie ein spezielles Anliegen haben. Weil sie mit jemandem über ein Thema sprechen möchten, welches sie mit anderen nicht besprechen würden. Es gibt auch Kinder, welche sich an unsere Einrichtungen wenden, weil sie mit ihren Eltern Probleme haben. Etwa durch psychische oder körperliche Gewalt. Als Staatsministerium müssen wir unsere Kinder davor schützen. Dafür gibt es eben diese Einrichtungen.