Reform-Gründer Lehmann: Nuclear Pride, statt populistischer Umweltpolitik

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    • Reform-Gründer Lehmann: Nuclear Pride, statt populistischer Umweltpolitik

      Berlin, 06. November 2o18 - Der Gründer der Initiative "Reformpartei" hielt heute in Berlin eine Rede zum Thema Umweltpolitik.

      "Meine Damen und Herren,
      Umweltpolitik ist bereits seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass wir hier in unserem Diskurs wenig Fortschritt erleben. Wir schaffen es einfach nicht eine wahrheitshaltige Sachdebatte zu führen. Denn mir scheint es, dass gewisse Akteure es ausnutzen, dass ihnen klassisch dieses Thema zugeschrieben wird. Meiner Auffassung nach ist es hingegen wichtig festzuhalten, dass es mehr als eine richtige Umweltpolitik gibt. Mehr als nur eine Wahrheit darüber, wie man die Klimaerwärmung aufhalten kann. Ja, dass es eine Alternative zum Meinungsmonopol der SP-LB-Grünen-Einheitspolitik gibt.

      Ich denke man kann zwei wesentliche Stränge der modernen Umweltpolitik auf die Urväter dieser Überlegungen zurückführen. Einmal William Vogt, welcher uns prophezeite, dass wir unseren Lebensstandard senken müssten und unsere Lebensweise auf Verzicht trimmen müssen, wenn wir den Planeten Erde retten möchten. Diese Denkart ist in vDeutschland sehr verbreitet, denn wir scheinen die einzigen zu sein, die ernsthaft mit Diesel-Fahrverboten rumhantieren. Nicht nur, dass wir Mittelständler um erworbene Dienstleistungen damit prellen, sondern das solche Verzichtslösungen auch mehr als nur extrem kurzfristig gedacht sind. Oder glauben Sie, dass Dieselfahrzeuge nach einem Verbot in Deutschland sich in Luft auflösen werden? Nein, diese werden natürlich ins Nachbar-Ausland verkauft und werden dort dann gefahren. Nutzen für die Umwelt? Null. Schaden für den deutschen Mittelstand? Massiv!

      Auf der anderen Seite findet man jedoch Norman Borlaug, der optimistisch auf die Zukunft blickte und wusste, dass das geistreiche menschliche Streben nach Innovation dazu führen würde, dass wir neue Technologien entwickeln würden, die uns helfen nicht nur unseren bevölkerungsreichen Planeten zu ernähren, sondern auch die Umwelt zu erhalten. Seiner Ansicht nach ist es essentiell, dass wir statt den Verzicht zu predigen unser Potenzial voll ausschöpfen. Statt somit auf fortschrittliche Technologien zu verzichten, ist es essentiell, dass wir diese nutzen und weiterentwickeln. Beispielsweise etwa mit genveränderten leistungsfähigeren Nahrungsprodukten die langfristige Knappheit an Nahrungsmitteln ausgleichen.

      Wenn es um Atomkraftwerke und Energieversorgung aus Atomstrom geht müssen wir eine ganz ähnliche Vorgehensweise an den Tag legen. Auch wenn Populisten uns etwas anderes erzählen: Atomkraftwerke waren und sind zuverlässige Stromversorger, welche auch noch Umweltfreundlich sind. Diejenigen, die aus dem Atomunglück in Fukushima 2011 politisches Kapital geschlagen haben, glauben die ultimative Lösung gefunden zu haben: AKWs einstampfen, während erneuerbare Energien diese Lücke noch nicht ausfüllen können, um so direkt-schädliche Weisen der Energiegewinnung, etwa fossile Lösungen, einzusetzen. Eigentlich offenkundig falsch und gefährlich für unseren Planeten, aber einige scheinen daran zu glauben.

      Oftmals bestreiten diejenigen die Sicherheit von Atomkraftwerken. Doch in Europa gibt es nur eine potenzielle Bedrohung für Atomkraftwerke: "Öko-Terroristen". Diejenigen, welche versuchen Atomkraftwerke anzugreifen, um zu zeigen, dass diese Angreifbar sind. Deren Versagen tatsächlichen Schaden anzurichten, sollte uns bereits alles nötige sagen. Ähnlich wird auch behauptet, dass Atomkraftwerke von "richtigen" Terroristen angegriffen werden könnten, um mit nuklearen Mitteln weitere Terroranschläge zu verüben. Jede Person, die hier jedoch mit Sachmaterie vertraut ist weiß, dass dies aus der Luft gegriffen ist, da das nukleare Material in Kraftwerken nur schwer zum Gewinnen von Material genutzt werden kann, welches einsetzbar ist.

      Folgerichtig ist es, dass es inzwischen Bewegungen wie "Nuclear Pride" gibt, welche nicht davor zurückschrecken auch für die unpopulären Meinungen einzutreten, nämlich, dass wir Atomkraft brauchen. Diese Ansichten unterstützt auch der Weltklimarat, welcher in Aussicht stellt, dass noch in diesem Jahrhundert die globale Klimaerwärmung um 1,5°C begrenzt werden kann. Was besonders die Akteure von Links und Grün nicht aus diesem Bericht gelesen haben: In jedem Szenario in dem ein solcher Erfolg in Aussicht steht, wird vom massiven Ausbau der nuklearen Energiegewinnung ausgegangen.

      Daher möchte auch ich bekräftigen, dass es eine politische Kraft gibt, welche sich für echte Lösungen einsetzt und auch bereit ist die unpopulären Lösungen populär zu machen. Die Reformpartei befindet sich noch in der Gründungsphase und Unterstützer werden gerne gesehen! Vielen Dank!"
    • Sehr geehrter Herr Lehmann,

      leider konnte ich nicht wirklich herauslesen, in wiefern Sie hier neue Ideen für die Umweltpolitik haben, mal abgesehen von Ihrer Begeisterung für den Atomstrom? Sie sprechen von einer modernen Umweltpolitik und Ihre einzige Stütze ist der Atomstrom, weil sie "umweltfreundlich" sind? Sie wollen hier keine neue moderne Umweltpolitik, Sie wollen zurück in die Umweltpolitik der 1980er Jahre, als Atomstrom tatsächlich noch verheißungsvoll war und für Wohlstand stand. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Sie titulieren Ihre Rede mit Umweltpolitik, dabei geht es in ihr kein bisschen um die Umwelt oder den Schutz unserer Natur, sondern allein um den Schutz der Autolobby, welche Sie hier auch noch als Mittelstand bezeichnen, wenn das mal nicht populistisch ist?

      Ihre Partei hat bisher keine Unterstützer gefunden, bei dieser Politik kann man darüber nur sehr froh sein.
    • Dass die Atomkraft ausgedient hat und die Bundesrepublik Deutschland mit der Entscheidung für einen schnellen Ausstieg zum Glück eine politische Richtung eingeschlagen hat, die sich nun so spät kaum mehr umkehren lässt, wie Sie es vorschlagen, das ist nicht nur „Einheitspolitik“ von Sozialdemokraten, Grünen und Linken, sondern eine Wahrheit, deren Anerkennung auch unter Liberalen, Freien Wählern und selbst Konservativen dominiert - zum Glück.

      Die Atomkraft sei umweltfreundlich. Die Atomkraft, lieber Herr „Reformer“, ist solange umweltfreundlich, wie die Brennelemente nicht entsorgt werden müssen und es in Atomkraftwerken nicht zu Unfällen kommt. Im Übrigen sind Fukushima und Tschernobyl bei Weitem nicht die einzigen Fälle ernst zu nehmender Havarien in Atomkraftwerken. Auch in Westeuropa (beispielsweise Belgien und Frankreich) kommt es regelmäßig zu sehr ernsten Situationen, in denen die schnelle und wiederum selber fehlerfreie Fehlerbehebung darüber entscheidet, ob weite Teile des Umfelds unbewohnbar (!) werden oder zig Menschen ernste Verletzungen davontragen.

      Schade. Die „Reformpartei“ machte auf viele keinen so schlechten Eindruck. Dass sie aber in der Umwelt- und Klimaschutzpolitik schlichtweg vierzig Jahre zurückgehen will, wird den wenigsten Deutschen gefallen und das ist auch sehr gut so.



    • Erst einmal möchte ich Sie, Herr Lehmann, in der politischen Welt vDeutschlands begrüßen! Es freut mich immer, wenn neue Gesichter auftauchen, die dann durch sachliche und inhaltliche Arbeit hervorstechen - ganz gleich, ob ich diese Sichtweisen teile oder nicht. Nur so entsteht ein pluralistisches Land mit diversen Meinungen, die dann in Konkurrenz zueinander um Zustimmung in der Bevölkerung buhlen können.

      Nun aber zu den von Ihnen geschrieben Worten:

      Grundsätzlich haben Sie natürlich Recht: Es gibt nicht nur DIE EINE Umweltpolitik. Dies ist auch nichts, was irgendwer aus dem grünen oder linken Spektrum behaupten würde. Was wir natürlich tun, ist, unsere Vorstellungen als die richtigen, die zielführenden Positionen darzustellen. Alles andere würde die eigenen Positionen ad absurdum führen. Nichts anderes tun Sie hier mit Ihren Worten ja auch: Ein Statement für eine ANDERE Umweltpolitik, die Sie für RICHTIG erachten. Das ist Ihr gutes Recht und niemand links der Mitte will daran etwas ändern.

      Lobte ich eingangs noch die Sachlichkeit in Ihrem Beitrag, die ohne Zweifel auch erkennbar ist, gibt es jedoch gleich zu Beginn auch Teile Ihrer Rede, die diese Sachlichkeit vermissen lassen:

      Robert Lehmann schrieb:

      Ja, dass es eine Alternative zum Meinungsmonopol der SP-LB-Grünen-Einheitspolitik gibt.
      Zunächst einmal gibt es keine SP-LIB-Grünen-Einheitspolitik. Diese drei Parteien haben noch nie gemeinsam auf Bundesebene regiert, in NRW hat sich gerade eine solche Regierung gebildet, welcher jedoch auf Grund der Kürze der Zeit kein Etablieren einer "Einheitspolitik" zu unterstellen wäre. Auch zeigt der Blick auf die Ziele, nicht nur, aber insbesondere auch bei Umweltthemen, dass sich SP, LIB und Grüne unterscheiden. In ihren Zielen, wie auch den Wegen dorthin. Ein Meinungsmonopol ist auch nicht vorhanden. Niemand verbietet anderen Parteien, sich umweltpolitisch aufzustellen - wenn dies rechts der Mitte jedoch nicht geschieht, kann man dafür nicht die Parteien links der Mitte über die Deklarierung eines Meinungsmonopols verantwortlich machen. Da müssen Sie schon im eigenen Lager kritisieren, nicht aber bei der Gegenseite, welche nun mal progressiv aufgestellt ist und sich mit den Themen Umwelt, Natur und Klima befassen.

      Robert Lehmann schrieb:

      Ich denke man kann zwei wesentliche Stränge der modernen Umweltpolitik auf die Urväter dieser Überlegungen zurückführen. Einmal William Vogt, welcher uns prophezeite, dass wir unseren Lebensstandard senken müssten und unsere Lebensweise auf Verzicht trimmen müssen, wenn wir den Planeten Erde retten möchten. Diese Denkart ist in vDeutschland sehr verbreitet, denn wir scheinen die einzigen zu sein, die ernsthaft mit Diesel-Fahrverboten rumhantieren. Nicht nur, dass wir Mittelständler um erworbene Dienstleistungen damit prellen, sondern das solche Verzichtslösungen auch mehr als nur extrem kurzfristig gedacht sind. Oder glauben Sie, dass Dieselfahrzeuge nach einem Verbot in Deutschland sich in Luft auflösen werden? Nein, diese werden natürlich ins Nachbar-Ausland verkauft und werden dort dann gefahren. Nutzen für die Umwelt? Null. Schaden für den deutschen Mittelstand? Massiv!
      Sie nennen hier eine Strömung, schließen dann auf Basis eines Beispiels direkt darauf, dass dieser Weg der falsche sei. Das ist wenig sachlich und zeigt, dass Sie sich an Dingen wie dem Dieselfahrverbot aufhängen, statt sich mal intensiver mit der Thematik auseinander zu setzen. Dieselfahrverbote sind oftmals nicht dafür da, das Weltklima im Ganzen zu retten. Jeder, der sich ein bisschen mit der Thematik auskennt, weiß, dass diese Annahme aberwitzig und realitätsfern ist. Kein Grüner, kein Sozialdemokrat und kein Linker nimmt diese Position ein. Dieselfahrverbote reagieren in erster Linie auf eine starke und aktue Luftverschmutzung in Städten und sollen helfen, dort die Luftqualität zu steigern. Dies betrifft also unmittelbar die Bewohner*innen verschiedener Städte und wirkt sich somit unmittelbar auf die Gesundheit dieser Menschen aus.
      Es ist richtig, dass diese Autos dann vermutlich dorthin verkauft werden, wo sie gefahren werden dürfen. Dies aber als Totschlagargument gegen Fahrverbote anzubringen, ist wenig sinnvoll. Mit dieser Logik können wir ALLES legitimieren. Abtreibungen? Vollständig legalisieren, sonst machen es die Menschen anderswo. Rüstungsgüter für Problemstaaten? Kein Problem, sonst kaufen sie es anderswo. Immer kann angeführt werden: Der deutsche Mittelstand. Ihre Logik ist eine, die Fortschritt hemmt, weil sie immer am Bestehenden festhält und Wissenschaft & Forschung nicht in die Lage bringt, innovativ sein zu MÜSSEN. In Ihrer Denkweise geschieht dies nur, wenn es rentabel ist. Dies darf aber nicht der Maßstab sein, denn wenn unser Klima sich weiter so radikal verändert, die Gesundheit der Menschen weiterhin bedroht ist, bringt uns ein starker Mittelstand früher oder später auch nichts mehr. Die Konzentration auf die Wirtschaft zu legen ist bedingt wichtig, aber nicht allein und ausschließlich.

      Robert Lehmann schrieb:

      Auf der anderen Seite findet man jedoch Norman Borlaug, der optimistisch auf die Zukunft blickte und wusste, dass das geistreiche menschliche Streben nach Innovation dazu führen würde, dass wir neue Technologien entwickeln würden, die uns helfen nicht nur unseren bevölkerungsreichen Planeten zu ernähren, sondern auch die Umwelt zu erhalten. Seiner Ansicht nach ist es essentiell, dass wir statt den Verzicht zu predigen unser Potenzial voll ausschöpfen. Statt somit auf fortschrittliche Technologien zu verzichten, ist es essentiell, dass wir diese nutzen und weiterentwickeln. Beispielsweise etwa mit genveränderten leistungsfähigeren Nahrungsprodukten die langfristige Knappheit an Nahrungsmitteln ausgleichen.
      Auch hier könnte man über Dinge wie genveränderte Lebensmittel diskutieren. Niemand weiß um die Gefahren dieser Lebensmittel wirklich. Hier sollte man in erster Linie die Forschung vorantreiben, nicht aber die frühzeitige Etablierung. Wir hatten nicht nur einmal den Fall, dass angeblich unproblematische Stoffe Menschen verkrüppelt haben. Wer im Sinne des deutschen Mittelstands und der Industrie bereit ist, dies nochmal zu tun bzw. die Gefahr einzugehen, eben solche Probleme aufkommen zu lassen, soll bitte nichts von "Klimaschutz" erzählen. Es geht dabei in erster Linie um Profite.
      Auch ist der Eindruck, den Sie erwecken, linke und grüne Politik würde fortschrittliche Technologien ignorieren und auf diese verzichten, falsch. Ich denke Ihnen ist bewusst, welchen technologischen Fortschritt die Forschung zu regenerativer Energieerzeugung mit sich gebracht hat, welche Innovationsleistung von grünen Start-Ups ausgeht, welche technischen Neuerungen sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnten nur aufgrund der Fokussierung auf Klima- und Umweltschutz ergeben haben. Dies auszublenden, um die eigene Position zu stärken, ist ein schwacher inhaltlicher Zug Ihrerseits.

      Robert Lehmann schrieb:

      Wenn es um Atomkraftwerke und Energieversorgung aus Atomstrom geht müssen wir eine ganz ähnliche Vorgehensweise an den Tag legen. Auch wenn Populisten uns etwas anderes erzählen: Atomkraftwerke waren und sind zuverlässige Stromversorger, welche auch noch Umweltfreundlich sind. Diejenigen, die aus dem Atomunglück in Fukushima 2011 politisches Kapital geschlagen haben, glauben die ultimative Lösung gefunden zu haben: AKWs einstampfen, während erneuerbare Energien diese Lücke noch nicht ausfüllen können, um so direkt-schädliche Weisen der Energiegewinnung, etwa fossile Lösungen, einzusetzen. Eigentlich offenkundig falsch und gefährlich für unseren Planeten, aber einige scheinen daran zu glauben.
      Hier mischen Sie sehr ungünstig Personengruppen zusammen, die nichts mit einander zu tun haben. NIEMAND, der sich politisch im grünen und linken Bereich befindet, fordert eine Fortsetzung der Kohleenergie als Reaktion auf den Atomausstieg. Dieses Märchen, wir bräuchten die Kohle so dringend, um den Atomausstieg zu schultern, ist von konservativen und wirtschaftsorientierten Kräften gestreut, hat aber nichts mit der Realität zu tun. Zahlreiche Staaten machen es uns ja schon vor: Skandinavien, aber auch andere europäische Regionen und Einzelstaaten setzen schon länger und intensiver auf den Ausbau regenerativer Energieerzeugungsmethoden. Würden wir in Deutschland diesen Kurs endlich konsequent durchziehen, bräuchte in 15 Jahren niemand mehr Kohle- und Atomstrom.
      Das Problem ist nur, dass wirtschaftsorientierte Personen dies nicht wahrhaben wollen, weil deutsche Energiekonzerne den Wandel verschlafen und nun versuchen nachzuziehen. Ein großer Teil regnerativer Energieerzeugung geschieht im individuellen Privatbereich. Das ist gut so - aber für den deutschen Mittelstand, an dem Sie so zu hängen scheinen, möglicherweise ein Risiko. Ebenso für die großen Konzerne. Es ist daher wichtig, sich von diesen nicht unter Druck setzen zu lassen, sondern einen Kurs zu halten, bei welchem das Ziel, Kohleausstieg forciert werden kann und es zugleich keine Wiederbelebung der Atomkraft in vDeutschland braucht.

      Robert Lehmann schrieb:

      Oftmals bestreiten diejenigen die Sicherheit von Atomkraftwerken. Doch in Europa gibt es nur eine potenzielle Bedrohung für Atomkraftwerke: "Öko-Terroristen". Diejenigen, welche versuchen Atomkraftwerke anzugreifen, um zu zeigen, dass diese Angreifbar sind. Deren Versagen tatsächlichen Schaden anzurichten, sollte uns bereits alles nötige sagen. Ähnlich wird auch behauptet, dass Atomkraftwerke von "richtigen" Terroristen angegriffen werden könnten, um mit nuklearen Mitteln weitere Terroranschläge zu verüben. Jede Person, die hier jedoch mit Sachmaterie vertraut ist weiß, dass dies aus der Luft gegriffen ist, da das nukleare Material in Kraftwerken nur schwer zum Gewinnen von Material genutzt werden kann, welches einsetzbar ist.
      Hier zeichnen Sie ein Szenario, welches absolut an der Sache vorbei geht. Erst einmal ist es eine Farce, hier von "Öko-Terroristen" zu sprechen. Worte haben Macht und wer nun beginnt, das Wort "Terrorist" für diverse Handlungsweisen zu nutzen, der nimmt diesem Wort die Kraft, die Härte und entfernt es von sachlichen und wissenschaftlichen Definitionen. In Deutschland gab es keinen Akt von "Öko-Terroristen" - bitte schauen Sie nochmal in der Literatur nach, was Terrorismus ist. Noch dazu spricht das bisherige Ausbleiben von extremen Anschlägen auf AKWs durch diese "Öko-Terorristen" nicht für die Sicherheit der AKWs, sondern dafür, dass es erstens keine Öko-Terroristen gibt und zweitens niemand so dumm wäre, als in Deutschland lebende Person in Deutschland AKWs anzugreifen. Die Folgen sind doch bekannt. Man würde sich selbst vernichten. Ihre Logik ist also unhaltbar und frei von jeglicher Sachlichkeit.
      Weiterhin ist Ihre Beschreibung der Gefahr von, wie Sie es nennen, "richtigen" Terroristen, falsch. In erster Linie besteht Sorge davor, dass Atomkraftwerke aus der Luft, über Flugzeuge, oder aber auf technischen Wege, durch Hacker, angegriffen werden. Woher Sie die Sorge mancher haben wollen, dort würde man Material klauen, welches Terrorist*innen weiterverwenden, ist mir ein großes Rätsel. Wer diese Position vertritt, sollte sich besser mit der Materie auseinander setzen.

      Robert Lehmann schrieb:

      Folgerichtig ist es, dass es inzwischen Bewegungen wie "Nuclear Pride" gibt, welche nicht davor zurückschrecken auch für die unpopulären Meinungen einzutreten, nämlich, dass wir Atomkraft brauchen. Diese Ansichten unterstützt auch der Weltklimarat, welcher in Aussicht stellt, dass noch in diesem Jahrhundert die globale Klimaerwärmung um 1,5°C begrenzt werden kann. Was besonders die Akteure von Links und Grün nicht aus diesem Bericht gelesen haben: In jedem Szenario in dem ein solcher Erfolg in Aussicht steht, wird vom massiven Ausbau der nuklearen Energiegewinnung ausgegangen.
      Ja, natürlich gibt es solche Bewegungen. Und ja, es gibt sogar schon "Grüne", die solche Positionen einnehmen - damit meine ich nicht Mitglieder der Grünen Partei, sondern Personen, die sich als "grün" bezeichnen. Man muss aber insbesondere Einschätzungen des Weltklimarates immer differenziert betrachten. Nicht nur, dass dort auch immer die nationalen Interessen verschiedener Länder im Vordergrund stehen, nicht aber das übergeordnete Ziel des absoluten Klimaschutzes (dies hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt, am Ende stehen nationale Interessen über effektiven, globalen Maßnahmen, weil diese viel zu komplex zu realisieren wären). Für Staaten, die nicht den Entwicklungs- und Wohlstandsstand haben, wie es die europäischen Staaten haben, ist Atomenergie natürlich ein durchaus praktibales Ding. Das macht sie aber weder sicherer, noch zukunftsträchtiger. Es darf nicht sein, dass man sich darauf ausruht, statt insbesondere in nicht soweit entwickelten Ländern den Fortschritt in grüner Energieerzeugung zu fördern.
      Interessant finde ich auch, dass von rechter Seite doch immer wieder globale Organisationen (UNICEF bspw, aber auch der Weltklimarat) angegangen wurden, weil sie angeblich nicht sachlich, nicht objektiv seien. Nun, wenn das Ergebnis mal passt, beruft man sich darauf. Das ist nicht sonderlich glaubwürdig.

      Robert Lehmann schrieb:

      Daher möchte auch ich bekräftigen, dass es eine politische Kraft gibt, welche sich für echte Lösungen einsetzt und auch bereit ist die unpopulären Lösungen populär zu machen. Die Reformpartei befindet sich noch in der Gründungsphase und Unterstützer werden gerne gesehen! Vielen Dank!"
      Sie können mit Ihren Inhalten gerne in den politischen Wettbewerb einsteigen. Wenn ich mir anschaue, was Sie so von sich geben, habe ich keine Sorge, dass eine Mehrheit der Menschen diesem Irrweg folgt und sich auf solche Dinge einlässt. Ohne roten Faden, mit willkürlichen Behauptungen und abseits der realen Bedingungen stehend, hat Ihr Konzept nichts innovatives, nichts progressives, sondern ist ein an der Wirtschaft orientiertes "Weiter so". Das haben die Menschen inzwischen satt - zumindest im Bereich Energie, Klima und Umwelt.

      Sollten Sie Interesse daran haben, die von mir ausgeführten Punkte tiefer behandeln zu wollen, bieten diese beiden Quellen schon mal eine ganz gute Basis:
      Heinrich Böll Stiftung - Energieatlas
      Energiewendeatlas 2030


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.
    • Louis Portman schrieb:

      Also wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir erst aus der Kohle ausgestiegen und dann aus der Atomkraft.
      Na dann haben wir ja Glück gehabt, dass es nicht nach Ihnen ging ;)


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.
    • Oscar Albert Wolters schrieb:

      Louis Portman schrieb:

      Also wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir erst aus der Kohle ausgestiegen und dann aus der Atomkraft.
      Na dann haben wir ja Glück gehabt, dass es nicht nach Ihnen ging ;)
      Und warum? Kohle schädigt das Klima und Atomkraft nicht. Deswegen find ich die Reihenfolge falsch.
      GENERALSEKRETÄR
      Bundestagsabgeordneter
    • Louis Portman schrieb:

      Oscar Albert Wolters schrieb:

      Louis Portman schrieb:

      Also wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir erst aus der Kohle ausgestiegen und dann aus der Atomkraft.
      Na dann haben wir ja Glück gehabt, dass es nicht nach Ihnen ging ;)
      Und warum? Kohle schädigt das Klima und Atomkraft nicht. Deswegen find ich die Reihenfolge falsch.
      Tschernobyl und Fukushima husten einmal ganz laut.
    • Prof. Dr. Finn van der Speed schrieb:

      Louis Portman schrieb:

      Oscar Albert Wolters schrieb:

      Louis Portman schrieb:

      Also wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir erst aus der Kohle ausgestiegen und dann aus der Atomkraft.
      Na dann haben wir ja Glück gehabt, dass es nicht nach Ihnen ging ;)
      Und warum? Kohle schädigt das Klima und Atomkraft nicht. Deswegen find ich die Reihenfolge falsch.
      Tschernobyl und Fukushima husten einmal ganz laut.
      Umwelt aber nicht klimaschädlich - zur Erderwärmung trugen die Unglücke nicht bei.
      Mitglied des Spielerrates a.D.


      - bin für längere Zeit offline -
    • Wilhelm Weiß schrieb:

      Prof. Dr. Finn van der Speed schrieb:

      Louis Portman schrieb:

      Oscar Albert Wolters schrieb:

      Louis Portman schrieb:

      Also wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir erst aus der Kohle ausgestiegen und dann aus der Atomkraft.
      Na dann haben wir ja Glück gehabt, dass es nicht nach Ihnen ging ;)
      Und warum? Kohle schädigt das Klima und Atomkraft nicht. Deswegen find ich die Reihenfolge falsch.
      Tschernobyl und Fukushima husten einmal ganz laut.
      Umwelt aber nicht klimaschädlich - zur Erderwärmung trugen die Unglücke nicht bei.
      Naja, wir müssen doch grundsätzlich die Gefahr einer Technologie bewerten. Die Atomkraft hat das Potenzial, massenhaft Leben zu vernichten, plötzlich und radikal. Die Kohle nimmt langfristig Einfluss auf das Klima. Die Katastrophe, die die Kohle auslöst, ist weniger radikal, als jene der Atomkraft. Noch dazu kommt der Müll, den die Atomkraft erzeugt, für denen es bis heute weltweit kein sicheres Endlager gibt. Die Folgen, die wir uns damit auflasten - und auch folgenden Generationen - sind deutlich größer, als jene der Kohle. Unproblematisch ist beides nicht, dewesegen müssen wir schnellstmöglich aus beidem raus. Aber Atom vor Kohle, das ergibt schon Sinn.


      „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“

      Karl Popper


      Hätten wir nicht das Glück gehabt, in Europa, sondern in Afrika geboren zu sein, könnten wir jetzt in den Booten sitzen oder im Mittelmeer ertrinken.